Qualitätsverbesserung noch wichtiger als Kosteneinsparung
Tue, 2009-06-09 11:45 — Nicole Leiß
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IFRA Workshop "Vorstufensysteme", 3. - 4. Juni 2009, Basel
Am 3. und 4. Juni sind Vorstufenverantwortliche und technische Leiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Druckzentrum der Basler Zeitung (BaZ) zusammengekommen, um die neuesten Entwicklungen im Bereich Vorstufensysteme zu erkunden. Die IFRA organisierte den zweiten Systemworkshop speziell zu den Themen „Farbverbrauchsoptimierung“ und „Automatisierte Bildbearbeitung”. -Den nachfolgenden Bericht verfasste Michael Heipel, Group Director Supplier Services, IFRA GmbH & Co. KG.
Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten des Druckzentrums Basel statt und konnte somit mit den konkreten Erfahrungen eines Anwenders angereichert werden. Die perfekte Infrastruktur im BaZ-Druckzentrum und die sprichwörtliche Gastlichkeit der Schweizer trug wesentlich dazu bei, dass die Teilnehmer und Systemanbieter nicht nur eine Menge neuer Informationen mit nach Hause nehmen konnten, sondern sich auch sehr wohl fühlten in der Schweiz.
Felix Bitterli, Direktor des BaZ-Druckzentrums in Basel, stellte in seinem Einführungsvortrag die organisatorische und systemtechnische Infrastruktur seines Hauses vor. Das BaZ-Druckzentrum setzt sowohl Inksaving als auch Werkzeuge zur automatisierten Bildbearbeitung ein. Die Lieferantenauswahl erfolgte in einem Team aus Vorstufen-, CTP- und Druckverantwortlichen; bei der Bildbearbeitung sind natürlich auch Entscheider aus der Redaktion eingebunden. Durch Inksaving kann das BaZ-Druckzentrum eine Reduzierung der Farbdeckung auf 180 % erreichen, bei gleichzeitiger Stabilisierung des Druckprozesses, weniger Abschmieren und weniger Durchschlagen der Farbe. Felix Bitterli stellte den Teilnehmern des Workshops eine Checkliste für die Lieferantenauswahl zur Verfügung.
Interview mit Felix Bitterli:
Acht Anbieter von Inksaving-Systemen präsentierten daraufhin ihre Lösungen: AGFA, BasICColor, CGS, GMG, Kodak, OneVision, ppi Media sowie Wobe Team.
Eine Betriebsführung und gemeinsame Abendveranstaltung rundeten den ersten Tag ab.
Am 4. Juni standen Tools zur automatisierten Bildbearbeitung im Fokus. Zunächst gab Reto Wahli, Geschäftsführer der Pixtor GmbH und IFRA-Trainer für Vorstufensysteme und Bildbearbeitung einige Praxistipps zur Systemauswahl. Durch das zunehmende „Multitasking“ der Redakteure, die neben der Berichterstattung oft auch Fotos liefern müssen, kommt der Bildoptimierung eine wachsende Rolle zu. Besonders wichtig ist die nahtlose Einbindung in bestehende Redaktionssysteme und in den Produktionsworkflow. Die Workshopteilnehmer hatten die Gelegenheit, die Systeme von AGFA, Elpical, Fotoware und OneVision im Vergleich zu begutachten.
Frank Siemienski, stellv. Herstellungsleiter "Die Zeit" fasst seine Eindrücke von dem Workshop zusammen: "Insgesamt war es eine sehr gute Veranstaltung. Der Vortrag von Herrn Reto Wahli war sehr hilfreich zur Vorbereitung. Ich habe einiges an gut verwertbaren Informationen mitnehmen können."
Die Systeme zur Farbreduktion
AGFA präsentierte das System OptiInk. Das System kann entweder stand-alone genutzt oder in einen bestehenden Workflow integriert werden. Es analysiert verschiedene Bildelemente innerhalb einer Seite und optimiert bzw. farb-reduziert diese dann separat.
Die Lösung der Firma BasICColor fußt auf der Bearbeitung und Erstellung von Device Links. Die Präsentation in Basel erfolgte gemeinsam mit der Firma K-Flow, die auf PDF-Workflows spezialisiert ist. Zudem stellte BasICColor das Softproofsystem ProofVision vor.
CGS bietet bereits seit den 80er Jahren Vorstufensysteme an. In Basel wurde der Oris Media Factory InkSaver gezeigt. Die CMY-Reduzierung lässt sich durch Schieberegler im System einstellen.
Eingebettet in die Lösung Color Server von GMG ist der InkOptimizer. Die Anwendung läuft unter Windows. Die Struktur des PDFs bleibt bei der Behandlung erhalten, lediglich die Farbinformationen werden optimiert.
Kodak präsentierte ein System, das offiziell erst Ende September 2009 gelauncht wird: Color Flow, eine Color Relationship Management-Lösung. Das Farbreduktionspotenzial durch den Einsatz ihrer Lösung schätzt Kodak auf 10 bis 25 %.
OneVision zeigte das PlugINKSAVEin für Asura. Bei diesem System ist die Ausnahme von bestimmten Farben (z. B. Dresdner Bank-Grün) möglich, um mögliche Konflikte mit Anzeigenkunden vermeiden zu können.
ppi Ink reduction heißt das script-basierte System von ppi Media. Es ist eingebettet in die ppi-Seitenmontage und ist auch unter Linux lauffähig. Für die Farboptimierung einer Zeitungsseite benötigt die Lösung ca. 5 Sekunden.
PDF Inkadjust von der Firma Wobe Team ist eine Stand-alone-Lösung unter Windows, die über Hotfolder gesteuert wird. Sie ist u. a. bei den Ober-Österreichischen Nachrichten, der Nordsee-Zeitung und einer türkischen Zeitungsgruppe im Einsatz.
Die Systeme für die automatisierte Bildbearbeitung
AGFA zeigte die neue Version 5 von IntelliTune. Ab dieser Version können auch HDR und RAW Dateien mittels der Multi-dimensional Processing-Technologie bearbeitet werden. Der neue Statusreporter erlaubt die Kontrolle von Logfiles, auch wenn die Originalbilder nicht mehr vorhanden sind.
Die Einstellungsmöglichkeiten des Systems Claro von Elpical umfassen den Bildbearbeitungskanal, den Routingkanal und den Device Link-Kanal. Das System integriert Photoshop für die manuelle Nachbearbeitung von Bildern. Kommentare von Redakteuren für die Bildbearbeitung können leicht eingebunden werden.
Die ColorFactory von Fotoware kann voll in das Redaktionssystem integriert werden. Axel Springer bearbeitet täglich 10.000 bis 20.000 Bilder mit dem System. Die Optimierung erfolgt hier ebenfalls objektorientiert. Fotoware bietet eine voll funktionsfähige 30-Tage-Testversion an.
Amendo von OneVision basiert auf Maskentechnologie und behandelt daher Landschaften, Gesichter, Himmel oder Wasseraufnahmen jeweils unterschiedlich. Redakteure können die Bilder über ein einfaches Interface optimieren. Mittels eines neuen Mouse-Over-Effekts können Vorher/Nachher-Vergleiche angestellt werden.
