Now part of the World Association of Newspapers and News Publishers


Communities



„Das iPad bietet das, worauf wir gewartet haben“, erklärt Mathias Döpfner

Thu, 2010-04-22 13:54 — Charlotte Janis...

Article ID:
11274

In einem Anfang April geführten Interview mit dem bekannten US-Talkshow-Moderator Charlie Rose erklärte Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, warum das iPad seiner Ansicht nach eine neue Ära einläutet.
Im Folgenden haben wir zwei interessante Zitate aus dem Interview ausgewählt, das Charlie Rose am 6. April mit Mathias Döpfner führte:
– „Ich glaube, das iPad bietet genau das, worauf wir alle gewartet haben. Es ist ein Gerät, mit dem sich Inhalte auf sehr emotionale Weise visualisieren lassen. Es ist einfach zu bedienen und der Preis ist massenmarkttauglich.
Es ist – was ganz wichtig ist – als Modell konzipiert, das sehr einfach zu bedienen ist. Und es ist ein cooles Gerät. Es ist einfach cool, darauf journalistische Inhalte zu lesen. Ich denke, das wird das Entscheidende sein.
Mit Stolz können wir sagen, dass wir pünktlich zum Start des iPad in den USA zumindest eine unserer deutschen Zeitungen für dieses Gerät anbieten können. Dabei handelt es sich um unsere Broadsheet-Zeitung „Die Welt“. Wir werden sie nach ein paar Promotion-Wochen für einen Preis anbieten, der nur 10 Prozent unter dem Preis des Printproduktes liegen wird.
Ich denke, die Vorteile der Produktbereitstellung auf einem iPad liegen auf der Hand. Man erhält die Nachrichten früher. Man hat die gleiche optische Attraktivität wie bei einer Zeitung. Darum sehe ich keinen Grund, warum die Konsumenten, warum traditionelle Zeitungsleser sich nicht dafür entscheiden sollten.
Ein weiterer Vorteil des iPad liegt darin, dass es das erste Medium zum Zurücklehnen ist. Wenn man am Computer oder auch am Laptop arbeitet, lehnt man sich unweigerlich nach vorne wie bei einer Schreibmaschine. Mit dem iPad kann man im Flugzeug sitzen und sich entspannt zurücklehnen oder es sich zu Hause auf der Couch bequem machen.
Das gilt für den traditionellen Magazin- und Zeitungsleser. Es hängt also wirklich davon ab, ob die Inhalte, die wir produzieren, für die Kunden attraktiv sind. Wenn man die richtigen Inhalte über digitale Vertriebskanäle anbietet, sehe ich keinen Grund, warum unsere Möglichkeiten, höhere Erträge zu erzielen, dadurch geschmälert werden sollten.“
– „Das iPad ist für die Konsumenten attraktiv. Es eignet sich für Leute, die Nachrichten konsumieren möchten, die Unterhaltung konsumieren möchten, die umworben, die informiert, die unterhalten werden möchten. Das ist das Neue daran.
Und der Blickwinkel des Kunden ist das, was für uns zählt. Natürlich sind wir enttäuscht, dass Flash auf dem iPad nicht läuft.
Im Übrigen gibt es viele Dinge, an denen noch gearbeitet werden muss. Zwar sage ich, wir sollten Steve Jobs dankbar sein, dass er dieses Gerät herausgebracht und damit vermutlich die gesamte journalistische Branche gerettet hat, doch andererseits sollten wir mit den Leuten von Apple erneut die Diskussion suchen, beispielsweise über das Thema Einnahmenteilung.
Ich finde, 30 Prozent für Apple sind zu viel. Doch die Konkurrenz der verschiedenen Geräte wird hier hilfreich sein. Es gibt ein Gerät von Microsoft, künftig auch eines von Google und den Amazon Kindle. Das wird sich positiv auswirken.“

Das vollständige Interview in englischer Sprache finden Sie auf der Website der Charlie Rose Show.

AddThis

Bookmark and Share