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alfa Media Partner Kundentage
Fri, 2009-08-07 09:10 — TheSpooner
- Article ID:
- 10121
OPEN HOUSE
Mehr als dreißig Personen – Kunden, potentielle Kunden und Gäste – waren der Einladung der alfa Media Partner GmbH in Ihr Hauptquartier nach Rödermark gefolgt. Während der vorherige Kundentag dem Anzeigengeschäft gewidmet war, standen dieses Mal die Redaktionen im Fokus der Vorträge und Diskussionen.
Mehr als dreißig Personen – Kunden, potentielle Kunden und Gäste – waren der Einladung der alfa Media Partner GmbH in Ihr Hauptquartier nach Rödermark gefolgt. Während der vorherige Kundentag dem Anzeigengeschäft gewidmet war, standen dieses Mal die Redaktionen im Fokus der Vorträge und Diskussionen. Nach der Begrüßung durch Rainer Lang und Jens Emmerich (beide alfa Media Partner) eröffnete Harald Löffler (IFRA GmbH & Co. KG) die Vorträge mit einer Präsentation über „Strategien für multimediale Redaktionen“. Ausgehend von Statistiken über Mediennutzung und Publikumsverhalten, sowie Reichweiten im Tagesverlauf über verschiedene Publikationskanäle wurden die Anforderungen an moderne cross-mediale Redaktionen formuliert und die verschiedenen Stadien der Redaktionsorganisation nach dem Newsplex-Konzept vorgestellt. Fallbeispiele der Telegraph Media Group (TMG) London, Nordjyske Medier (Aalborg, Dänemark) und Verdens Gang (Oslo, Norwegen) rundeten die Präsentation ab. Nicht zuletzt wurde auf die verschiedenen IFRA Special Reports und IFRA „Where News?“ Reports zum Thema Medienkonvergenz, Redaktionsorganisation und Change-Management hingewiesen. Bei Interesse an diesen Publikationen wenden Sie sich bitte an den Autor dieses Artikels.
Der zweite Eröffnungsvortrag wurde von Herrn Uwe Ralf Heer (Chefredakteur Heilbronner Stimme) gehalten (siehe auch Interview). Die Heilbronner Stimme ist eine Regionalzeitung mit Vollredaktion, die sich ganz bewusst auf das Regionale konzentriert. „Jede Zeitung ist anders, muss ihre Stärken erkennen und Ihren ganz eigenen Weg finden“, so Uwe Heer. Es wurden einige neu gestaltete Redaktionen besucht, jedoch konnte man sich bei der Heilbronner Stimme nicht mit den „unsäglichen Arbeitsplätzen im Großraum“ anfreunden. Kreativität braucht auch ruhige Zonen und volle Konzentration. Das Herz der Redaktion bilden zwei zentrale Newsdesks für den Mantel (Mantel-Desk) und das Lokale (Lokal-Desks) für Planung und Produktion über alle Kanäle. Um keine „Redigierknechte“ heranzubilden, werden die Desks in einem rollierenden Verfahren beschickt. Drei „echte“ Reporter – professionelle Journalisten – recherchieren exklusives Material vor Ort, auch mit der Video-Kamera. Sechzig- bis achtzigtausend Video-Abrufe pro Monat verzeichnet Stimme.TV bereits – Tendenz steigend. „Noch sind nicht alle restlos von der cross-medialen Aufstellung überzeugt“, so Uwe Heer, „aber das ist keine Frage des Alters.“ Zum ersten Mal in der Geschichte des Verlages übersteigen die Vertriebserlöse die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft, darauf muss man sich einstellen. Auch wenn im Online-Bereich noch nicht kostendeckend gearbeitet werden kann, es gilt Felder zu besetzen, bevor es andere tun.
Die Kleine Zeitung in Graz hat bereits einige Erfahrung mit Leserreportern gesammelt und Frau Claudia Fröhlich, Projektmanagerin, konnte von durchaus positiven Resultaten berichten (siehe Interview).
Nach den Einführungsvorträgen entstand eine lebhafte Diskussion über das Für und Wider von Online-First, wobei das Für eine hauchdünne Mehrheit verbuchen konnte. Die Notwendigkeit zur Veränderung ist offensichtlich überall erkannt, es wird eigentlich nur noch über das Wie diskutiert. Soll man einen harten Schnitt in der Redaktionsorganisation machen oder doch lieber behutsam vorgehen? Im Gegensatz zum angelsächsischen Raum, wo immer noch ein sequentieller Workflow mit Engpass beim so genannten „Subeditor“ vorherrscht, arbeiten Print-Redaktionen in Deutschland bereits hoch integriert und haben ihre Prozesse durch paralleles Arbeiten bereits weitgehend optimiert. Für Systemhersteller wie alfa Media wird es dadurch nicht einfacher: einerseits soll möglichst lange medienneutral gearbeitet werden, andererseits möchten viele Redakteure nicht auf die gewohnte Umgebung beginnend mit dem Artikellayout verzichten. Dieser „Medienbruch“ im Zusammenspiel zwischen der alfa MediaSuite und der NewsSuite ist noch zu erkennen, jedoch ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis die beiden Produkte nahtlos ineinander übergehen.
Hubert Hesse, Entwicklungsleiter im Hause alfa Media, bestritt dann mehr oder minder alleine den Nachmittag mit einer beeindruckenden Präsentation der alfa MediaSuite. alfa hat ja erst relativ spät damit begonnen, sich auf die cross-mediale Medienproduktion einzustellen, das Ergebnis erscheint viel versprechend und alfa braucht den Vergleich mit dem Wettbewerb keinesfalls zu scheuen. Zwar fehlen noch Funktionen wie z.B. die Versionskontrolle, jedoch wird mit Hochdruck an der Lösung gearbeitet.
Eine interessante Funktion stellen die flexibel anpassbaren Vererbungsregeln für einen individuell optimierten Workflow und die suchmaschinen-optimierte Stichwortvergabe, in die der Redakteur einfach und effizient eingreifen kann, z.B. um die Relevanz der Kriterien mehrstufig anzupassen. alfa trägt damit der wachsenden Bedeutung von Metadaten für alle Content-Elemente in Bezug auf Speicherung und Archivierung Rechung. Die Semantik-Analyse des Textes kann man durchaus als erste „Web 3.0“ Elemente bezeichnen. Die semantische Bedeutung von Personen, Orten Unternehmen und anderen Elementen wird erkannt und kann automatisch mit Links zu Dossiers oder Websites, Geoinformationen oder Wertpapierkursen versehen werden. Ein „Qualitätsmesser“ wie wir ihn bisher eigentlich mehr aus Cockpit-Darstellungen von Business-Intelligence-Tools kennen, zeigt auf einen Blick die „semantische Qualität“ des Textes an. Zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch ein Gimmick, aber gerade im Online-Bereich ist ein schneller Überblick über das Navigations- und Leseverhalten gefragt. Es würde an dieser Stelle zu weit gehen, auf die einzelnen Funktionen und Statistiken der alfa PortalSuite einzugehen. Die engere Verzahnung mit der MediaSuite, die schnelle Korrekturen und Optimierung der Inhalte und der Darstellung erlaubt, ist ein klares Ziel der alfa Entwickler.
Wie auch andere Systemhersteller nutzt alfa Media Partner dieses Veranstaltungsformat als Plattform um einerseits über seine Produkte und Entwicklungsfortschritte zu informieren, und andererseits vom Erfahrungsaustausch mit den Kunden zu profitieren. Dies ist ein wichtiges Instrument um die Anforderungen der Kunden besser zu verstehen und in innovative Produkte zu übersetzen.
