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El País setzt auf den Bürgerjournalismus

Tue, 2007-07-10 00:00 — WAN-IFRA

Article ID:
4315

Seit vergangenen April bietet die Website Elpais.com ihren Nutzern verschiedenste Möglichkeiten, an der Zeitung mitzuwirken. Zum einen sind die im Web veröffentlichten Nachrichten offen für Leserkommentare, und das Web beinhaltet Foren, Umfragen und Blogs, an denen sich der Leser beteiligen kann. Zum anderen regt die Sektion „Yo, periodista“ [frei übersetzt: „Mein Beitrag“] die Nutzer dazu an, Informationen über berichtenswerte Ereignisse an die Redaktion zu senden. Elpais.com öffnet sich dem Bürgerjournalismus.

Von Mari Pascual

Elpais.com hat sich klar für den Bürgerjournalismus entschieden, was durch unterschiedlichste Möglichkeiten zur Mitwirkung an der Site zum Ausdruck kommt. Wie viele andere Zeitungen hat El País damit begonnen, ihren Lesern die Möglichkeit zu bieten, die im Web gelesenen Nachrichten zu kommentieren – was so leicht ist, wie einen Blog-Beitrag zu schreiben. „Um ihren Kommentar zu posten, müssen sich die Leser zurzeit nicht registrieren, sondern nur ihren Namen und eine gültige E-Mail-Adresse anzugeben, mit der wir dann die Veröffentlichung ihres Kommentars bestätigen“, sagt Javier Moya, Leiter des Bereichs „Participación“ des Unternehmens PrisaCom, dessen Aufgabe in der Bearbeitung, Entwicklung und Nutzung von Inhalten der Prisa-Gruppe auf digitalen Medien und Geräten besteht. Um die Veröffentlichung von unverschämten oder die Grundrechte verletzenden Kommentaren zu verhindern, gibt es eine Abteilung für die Moderation solcher Art von Inhalten wie auch der Foren auf den Websites von PrisaCom. „Kritiken werden jedoch immer publiziert, wenn sie anständig formuliert sind“, so J. Moya.

Die Website von El País sticht besonders dadurch hervor, dass sie im Hinblick auf die Akzeptanz von Inhalten, die von ihren eigenen Nutzern erstellt wurden, noch einen Schritt weiter geht. So lädt die Sektion „Yo, periodista“ Bürger, die einem berichtenswerten Ereignis beiwohnten, dazu ein, ihren Bericht über das Geschehen an die Zeitung zu senden. Über das Internet, mittels eines Formulars oder ihres Mobiltelefons (durch eine MSS an die Kurzwahlrufnummer 7750 und Eingabe des Wortes PAÍS in den Textkörper) können die Nutzer Texte, Fotos, Videos, Archive … an die Redaktion senden. Die Voraussetzungen sind, dass die Informationen klar, einfach und wahrheitsgetreu sind und nicht die Ehre von Dritten verletzen. Um Nachrichten an die Redaktion schicken zu können, muss sich der Bürgerjournalist erst als Nutzer von Elpais.com anmelden. „Die Art von Beiträgen, die wir am häufigsten erhalten, besteht aus einem Foto mit einem kurzen Text, der in der Regel mit irgendeinem kommunalen Thema in Zusammenhang steht und den Bürger direkt betrifft“, erklärt J. Moya. Elpais.com veröffentlicht von den empfangenen Beiträgen täglich rund 20. Als Anreiz bietet die Zeitung wöchentlich 500 Euro für den besten Beitrag sowie 1.500 Euro für die beste Nachricht des Monats. Zwei Personen aus dem Team „Participación“, das die Inhalte und Kommentare der Bürger moderiert und kontrolliert, widmet sich ausschließlich dieser Sektion. Vor Kurzem, Anfang Juni, wurde die Community-Website http://lacomunidad.elpais.com/ gestartet, auf der die Leser sich kostenlos ihre eigene persönliche Web-Seite in Form eines Blogs auf Elpais.com einrichten können. Mehr 2.500 Leser haben bereits ihr eigenes Logbuch mit diesem Dienst erstellt.

Darüber hinaus konnte Elpais.com, wenn es die Situation erforderte, auf die Mitarbeit von Lesern zählen, die wie Korrespondenten oder Sonderberichterstatter, zusammen mit den Redakteuren ein bestimmtes Nachrichtenereignis bearbeiteten.

Die Mitwirkung der Bürger bringt der Zeitung nicht nur Inhalte, sondern auch Besuche. „Die Internet-Surfer besuchen von Tag zu Tag mehr Inhalte, die Multimedia- oder „Mitmach“-Elemente aufweisen. Interessant ist, dass mehr als 10% des Traffics von Elpais.com bereits auf die Sektionen entfällt, an denen die Leser mitwirken“, fügt J. Moya hinzu.

Die Technologien, die den Empfang und die Veröffentlichung von Kommentaren und Nachrichten ermöglichen, wurden von der eigenen IT-Abteilung der Gruppe entwickelt.

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