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Interview mit Georg Riva

Mon, 2010-11-15 10:14 — Charlotte Janis...

Article ID:
11518

IFRA Expo 2010

Georg Riva ist Marketing Manager bei Müller Martini Versand-Systeme. Er äußerte sich im Vorfeld der IFRA Expo 2010 zu den aktuellen Trends im Bereich der Weiterverarbeitung und zur wirtschaftlichen Situation auf dem Zeitungsmarkt.

WAN-IFRA: Welche Schwerpunkte setzt Müller Martinir bei der diesjährigen IFRA Expo? Sind Ankündigungen oder die Vorstellung neuer Produkte geplant?

GEORG RIVA: Unter dem Motto "Grow with Efficiency." rücken wir verschiedene Themen in den Mittelpunkt und wollen den Zeitungsproduzenten Möglichkeiten aufzeigen, wie bestehende Produktionskapazitäten noch besser genutzt werden können. Einerseits mit höchst innovativen Semicommercials andererseits mit gezielten Updates und Upgrades auf der SW wie auch HW Ebene. Unsere Schwerpunkte liegen auf dem neuen MM Services Konzept und der Integration der Müller Martini Sammelhefter Linien in die Zeitungslogistik.

WAN-IFRA: Inwiefern kann die Weiterverarbeitung Zeitungsdruckereien darin unterstützen, neben der Zeitung in andere Marktsegmente vorzudringen und akzidenzähnliche Aufträge (Semicommercials) abzuwickeln? Wird die typische Zeitungsdruckerei in ein paar Jahren eine Semicommercial-Druckerei sein?

 

G. RIVA: Die Weiterverarbeitung wird immer mehr zum Zentrum der Wertschöpfung. Die Bedürfnisse in dieser Richtung werden bereits heute von den Versandraumanbietern weitgehend abgedeckt. Mit der Integration von kommerziellen Sammelheftern bietet Müller Martini bezüglich der Formate, Konfektionierungsmöglichkeiten, Produktqualität und -flexibilität neue Massstäbe in der Semicommercial-Produktion.

WAN-IFRA: Wie hat sich das Beilagengeschäft und damit die Nachfrage nach Vorsammel- und Einsteckanlagen in den letzten Jahren entwickelt?

G. RIVA:  Wir stellen eine Verlagerung der Werbebeilagen von der Tageszeitung in die Wochenzeitungen / Wochenendzeitungen fest. Dies stellt natürlich auch die Zeitungsdrucker vor Herausforderungen. Müller Martini bietet genau für dieses Szenario, mit der Kombination der Einsteckmaschine ProLiner mit dem Vorsammler CoLiner die ideale Lösung. Die Tageszeitungen können bei höchster Automation und engen Zeitfenstern auf der Hauptmaschine produziert werden. Für Wochenzeitungen mit erhöhtem Beilagenaufkommen wird ganz einfach der CoLiner aktiviert. In Deutschland kann der Trend von Anzeigenblättern sehr gut beobachtet werden.

WAN-IFRA: Müller Martini hat zur letzten IFRA Expo einen neuen Kartenkleber vorgestellt - wie ist das Interesse bei den Zeitungskunden? Gibt es erste Anwender?

G. RIVA: Mit dem ValueLiner bieten wir ein effizientes Werkzeug, um mit kostengünstigen, einfach zu beschaffenen Werbemittel höchste Aufmerksamkeit beim Leser zu erreichen. Das Niederösterreichische Pressehaus zum Beispiel, setzt den ValueLiner schon seit längerem sehr erfolgreich ein. Als Erfolgsfaktor können die deutlich höheren Rücklaufquoten genannt werden, ein unschlagbares Argument für den Werbekunden. Im Weiteren wird der ValueLiner auch schon bald beim renommierten Druckhaus Spandau von AxelSpringer in Berlin eingesetzt. Der ValueLiner ist eine lohnende Investition mit einem sehr atraktiven ROI. Die Maschine ist in kürzester Zeit vollständig amortisiert.

WAN-IFRA: Die Branche hat eine Reihe schwieriger Jahre hinter sich, deren Auswirkungen auch für die Zulieferindustrie spürbar waren. Ist inzwischen eine leichte Markterholung zu erkennen? Füllen sich die Auftragsbücher wieder?

G. RIVA: In der Tat durchleben wir eine schwierige Phase. Strukturelle Veränderungen in der Druckindustrie und die Probleme in der Weltwirtschaft haben die Zeitungsbranche doppelt getroffen. Mittelfristig wird sich der Markt nicht mehr auf einem Niveau von 2006/2007 einpendeln. Trotzdem beobachten wir eine leichte Erholung. Im Bereich Zeitung stellen wir nach wie vor viele Aktivitäten fest. Im letzen Jahr wurden viele Projekte abgeschlossen.

 

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