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Interview mit Hideki Hirano, Chefredakteur von OhmyNews, Japan
Wed, 2007-07-11 00:00 — WAN-IFRA
- Article ID:
- 4372
zeitungstechnik: OhmyNews mit seinen Hunderten von Nutzern und einem großen Publikum in Korea ist in der Welt sehr bekannt. Wie entwickelt sich OhmyNews in Japan?
Hideki Hirano: OhmyNews Japan wurde im Mai 2006 von OhmyNews Korea mit finanzieller Unterstützung von Softbank gegründet und im August 2006 ging die Website offiziell an den Start. Das Prinzip ähnelt dem Modell von OhmyNews in Südkorea: eine Internet-
zt: Warum hat sich Softbank an dieser Site beteiligt?
H. Hirano: Softbank interessiert sich für das neue Citizen-
zt: Wie haben die anderen japanischen Medien reagiert?
H. Hirano: Viele Zeitungen und Fernsehsender stellten die Einführung unserer Site sehr positiv dar und griffen unsere Vorstellung auf, dass alle Bürger Journalisten sind. Sie erläuterten die Entwicklung von OhmyNews Korea seit seiner Gründung im Jahr 2000 und welche Rolle die Site im politischen Leben Koreas spielte.
zt: War OhmyNews Japan die erste Bürgerjournalismus-
H. Hirano: Wir sind weder die einzige noch die erste Bürgerjournalismus-
zt: Gibt es Unterschiede zu OhmyNews Korea?
H. Hirano: Wir verfolgen das gleiche „Bürgerjournalismus”-
zt: Wie entwickelt sich Ihre Site seit Beginn?
H. Hirano: Wir stellen jetzt deutlich fest, dass sich die Qualität der Artikel verbessert. Anfangs konnten die Nutzer nicht sehr gut schreiben und bei den Artikeln, die sie übermittelten, handelte es sich häufig um so etwas wie Schilderungen von Eindrücken oder Informationen aus den Medien. Doch anhand unserer Änderungen an ihren Artikeln lernten sie ziemlich schnell, wie man Texte auf der Grundlage eigener Erfahrungen schreibt und fundierte Fakten liefert. Die behandelten Themen sind vielfältiger geworden und beinhalten kleine tägliche Fundstücke zu politischen Ereignissen.
zt: Worin unterscheiden sich die Massenmedien und der Bürgerjournalismus im Hinblick auf ihre redaktionellen Positionen?
H. Hirano: Die Massenmedien neigen dazu, in erster Linie Informationen über Institutionen oder Unternehmen zu liefern, die eine Machtstellung einnehmen. Wir interessieren uns dagegen für verschiedenste Informationen auf allen Ebenen und unter allen Gesichtspunkten. Es lässt sich in der Tat behaupten, es wird ein „objektiver“ Standpunkt geboten, der auf vielen „subjektiven“ Standpunkten basiert. Zurzeit erhalten wir pro Monat rund 1000 Artikel und unsere 200 aktivsten Nutzer schicken uns monatlich zwei bis drei Artikel. Wir prüfen und bearbeiten diese Texte, doch akzeptieren fast 80% der Artikel, die uns zugesandt werden. Handelt es sich um Artikel über laufende Prozesse oder Probleme im Zusammenhang mit gesellschaftlichen oder persönlichen Beziehungen, prüfen wir diese Artikel sehr genau, bevor wir sie auf unserer Website veröffentlichen, denn wir tragen Verantwortung für die Site.
zt: Können Sie uns einen bedeutenden Fall nennen, der zeigt, wodurch Sie sich von den anderen Medien unterscheiden?
H. Hirano: Ein bei uns registrierter Journalist schickte uns beispielsweise einen Artikel über die Sanierungsarbeiten im Roppongi-
In der Pressewelt erhalten wir zunehmend Anerkennung und von Zeit zu Zeit werden wir sogar zu Events eingeladen. Erst vor Kurzem reservierte man uns in Tokio und Kyoto Presseplätze anlässlich des vom ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore organisierten „Live Earth“-
zt: Welche Pläne verfolgen Sie?
H. Hirano: Wir haben gerade unsere Plattform mit dem SNS (Social Networking System)-
OhmyNews Japan wurde von dem Unternehmen OhmyNews Korea gegründet, das 70% der Anteile hält. Die Softbank-
Die Website OhmyNews Japan wurde offiziell im August 2006 unter der redaktionellen Leitung von Shuntaro Torigoé gestartet, einem bekannten Journalisten der japanischen Medienwelt. Zurzeit wird das aus 6 Vollzeit-
Seit September 2006 bietet OhmyNews Japan die Übertragung von Inhalten auf mobile Geräte an. Im vergangenen Juni übernahm Masahiko Motoki die Position von Shuntaro Torigoé.
Das Interview führte Tomoyo Yasuda
