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Interview mit Pelle Anderson
Mon, 2007-05-07 00:00 — WAN-IFRA
- Article ID:
- 3904

zeitungstechnik: Welche Schritte könnten Zeitungen unternehmen, um ihr Design zu verbessern? Worin sehen Sie allgemein Probleme?
Pelle Anderson: Insgesamt glaube ich, dass dem Design in unserem ewigen Kampf, unsere Leser über das, was in der Welt vorgeht, auf dem Laufenden zu halten, bisweilen eine allzu wichtige Rolle zugemessen wird. Das Design spielt nicht die alles entscheidende Rolle; es ist ein Element, aber nicht das Wichtigste.
Ich meine, dass Berichterstattung, redaktionelle Bearbeitung, Druck und Auslieferung der Zeitung wichtigere Aufgaben sind als das Design. Stellen Sie sich vor, man würde eine dieser Phasen weglassen, dann würden die Informationen auf Papier den Leser nicht erreichen. Ließe man das Design weg, würde die Zeitung vielleicht scheußlich aussehen, wäre aber wohl trotzdem lesbar.
Ein weiteres Problem ist die Beziehung zwischen Herausgeber/Verlag und Design-Berater. Viele Kunden haben nicht den notwendigen Einblick in den Design-Prozess, um die Dienste eines Beraters in effektiver Weise in Anspruch zu nehmen.
In manchen Fällen resultiert das Redesign nicht nur in einer neuen Aufmachung der Zeitung, sondern auch in sehr hohen Kosten.
Manchmal wird auch nicht genügend Wert auf die notwendige Schulung der Mitarbeiter gelegt.
Ein sehr großes Problem liegt darin, dass in manchen Ländern die Produktion in den Händen von Leuten liegt, die keine Journalisten oder Redakteure, sondern Schriftsetzer aus der längst vergangenen Zeit des Bleisatzes sind. Alte Tarifverträge werden auf neue Technologien angewandt, was nicht nur dazu führt, dass zwei Leute die Arbeit von einem machen (was den Produktionsprozess verteuert), sondern auch dass Journalisten davon abgehalten werden, das Layout zu machen und die direkte redaktionelle Bearbeitung in der Seite vorzunehmen.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen: Entweder man schult die Setzer, dass sie sich mit journalistischer Arbeit vertraut machen, oder man zahlt ihnen eine Abfindung.
Anders lässt sich Soft- und Hardware nicht nutzen, um einen effizienten Workflow mit einer gewissen Qualitätskontrolle einzurichten.
Bleisatz-geprägtes Denken lässt sich mit der digitalen Welt nicht vereinbaren.
Das Interview führte Valérie Arnould, Deputy Editor bei Ifra Publications.
