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Interview mit R. Lang und A. Ullmann
Fri, 2009-11-20 12:39 — Charlotte Janis...
- Article ID:
- 10727
Inksaving & Qualität
Rudolf Lang ist Leiter des Bereichs Digitale Vorstufe und Andreas Ullmann ist Assistent der Technischen Leitung bei der Presse-Druck- und Verlags-GmbH Augsburg, dem Verlag der Augsburger Allgemeinen. Die Antworten beziehen sich speziell auf die Druckerei und den bei uns angesiedelten Abteilungen und Arbeitsabläufen. Es muss beachtet werden, dass aus internen Gründen der InkSaver nicht bei allen Produkten angewendet wird. Externe Druckaufträge werden gewöhnlich mit dem InkSaver optimiert.
WAN-IFRA: Drucken Sie nach dem ISO-Prozessstandard 12647-3?
PRESSE-DRUCK: Ja, wir sind nach dieser Norm durch die Fogra und den BVDM zertifiziert worden. Wir prüfen stetig unsere Parameter, arbeiten streng nach der DIN ISO-Norm.
WAN-IFRA: Warum haben Sie sich für den Oris Ink Saver entschieden? Haben Sie Vergleichstests mit anderen Programmen vorgenommen?
PRESSE-DRUCK: Oris-Software (bzw. CGS) war zu diesem Zeitpunkt schon lange in unserem Haus (die alte Farbrepro hat mit CGS gearbeitet, der alte Plattenworkflow war von CGS). Der InkSaver war dann letztendlich nur eine Ergänzung zu den bisherigen CGS-Produkten. Beim InkSaver fungierten wir als Beta-Tester (ca. im Jahr 2005), ähnliche Produkte waren noch nicht auf dem Markt ("gab es nicht"). Wir waren das erste Zeitungshaus mit dieser Software, die sofort ohne Probleme funktionierte. Ab dem Jahr 2005 hat CGS mit uns das Produkt stetig weiter verbessert. Uns ist durch den gemeinsamen Entwicklungsprozess und den guten Erfahrungen über die nun schon sehr lange Zeit nicht in den Sinn gekommen, andere Programme zu testen. Unsere Abteilung, die Digitale Vorstufe, hat sich und beschäftigt sich immer noch stetig mit diesem Thema und informiert sich umfassend über neue Entwicklungen und neue Funktionen auf diesem Gebiet.
WAN-IFRA: Wie und an welcher Stelle ist die Software in Ihren Workflow integriert?
PRESSE-DRUCK: Sämtliche externen Aufträge (PDF) laufen bei uns ein und werden an Oris-Works übergeben, hier findet der Datencheck statt (Sonderfarbe in CMYK, Überdrucken, usw. Fehler werden korrigiert, evtl. auch durch eine Person mit PDF-Tuner, Platzierung auf Standbögen und der InkSaver-Lauf als Gesamtkreislauf – ohne manuelles Einwirken). Es fallen dabei keine Import-/Exportschritte an, es gibt nur einen Eingang und nach dem Durchlauf durch die obere Prozedur einen Ausgang (PDF-Datei), der unmittelbar dem RIP-Vorgang (RIPs) vorangestellt ist.
WAN-IFRA: Wie lange ist diese Software bei Ihnen im Einsatz? Hat sie sich bereits amortisiert?
PRESSE-DRUCK: Erste Tests und Umsetzungen wurden im Jahr 2005 begonnen, das Gesamtsystem (Workflow) wurde 2006 stetig verbessert und bereits eingesetzt. Man kann allerdings sagen, dass die Software ab 2007 im industriellen Fertigungsprozess integriert ist. Die Software hat sich dahingehend amortisiert, dass die qualitätsbedingten Reklamationen zurückgegangen sind (dies aber vor allem auch durch andere und gravierendere Maßnahmen) und die Qualität sich verbessert hat. Es können schneller gute Exemplare produziert werden (Makulatur sinkt – aber auch wieder durch andere Maßnahmen deutlich mehr beeinflusst) und das Farbstellen/Farbabgleich für die Drucker wurde durch den veränderten Farbaufbau erleichtert. Durch die Reduzierung von Farbe und damit die Reduzierung von Ablegen auf Maschinenteilen wird auch der Aufwand für die Maschinenreinigung minimiert, allerdings ist das schwer beweisbar bzw. von uns nicht erhoben.
WAN-IFRA: Wie hoch sind Ihre Einsparungen beim Druckfarbenverbrauch (auf ein Jahr gerechnet)? Wie haben Sie die Einsparungen ermittelt?
PRESSE-DRUCK: Die Farbeinsparung hängt immer vom Original (und dessen Farbaufbau) ab. Bei gut vorbereiteten, optimierten Bildern können ca. 6 - 8 % durch den InkSaver noch eingespart werden, bei schlechten Bildern können u.U. bis zu 30 % gespart werden (z.B. bei Bildern, die für den Bogenoffset aufbereitet wurden, was bei uns durchaus vorkommt). Von uns wurden solche wagen Einsparungen nie gerechnet. Für uns überwiegt der Erfolg, den wir durch die Reduzierung von Druckproblemen in der Druckmaschine erzielen konnten. Dass Farbe dabei gespart wird, ist ein schöner Nebeneffekt.
WAN-IFRA: Hat der Einsatz des Programms Auswirkungen auf die Druckqualität? Wenn ja, inwiefern?
PRESSE-DRUCK: Die Druckqualität hat sich stark verbessert, vor allem durch die Tatsache, dass nun mit weniger Farbauftrag gedruckt werden kann (weniger Verschmutzung der Maschine und des Drucks, weniger Ablegen, besseres Wegschlagen der Farbe). Die optische Bildqualität bleibt gleich, was eigentlich der Sinn solch einer Software nach meinem Verständnis auch sein sollte. Sie sollte die Farbe bestmöglich herunterrechnen, aber den Bildeindruck belassen. Die optische Bildqualität bzw. gleich gut / gleich schlecht, je nach Ausgangsmaterial / Zustand des Bildes.
