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Potenziale für weitere Kostenreduzierungen in der Zeitungsproduktion

Thu, 2010-12-09 13:30 — Charlotte Janis...

Article ID:
11578

Kosteneinsparungen

Tipps / Statements von Lieferanten

Nach einer Reihe von Krisenjahren mit Kostenreduzierungsmaßnahmen an allen Ecken und Enden, wird es immer schwieriger, Potenziale für weitere Einsparungen in der Zeitungsproduktion auszumachen. Bereiche, die manchmal übersehen werden, sind Services, Workflow-Optimierung.

Folgende Anregungen wurden uns (größtenteils) von Herstellerseite übermittelt (alphabetisch nach Firmennamen). Wenn auch Sie weitere Tipps beisteuern möchten, senden Sie diese bitte per E-Mail an: editor@wan-ifra.org Subject: Kostenreduzierungen in der Zeitungsproduktion.

 

Stephen Kirk, Leiter Marketing - Geschäftseinheit Druckereien,
ABB Schweiz

In den letzten zwanzig Jahren gab es zahllose Entwicklungen, die eine Effizienzsteigerung im Druckmaschinenbereich ermöglicht haben. Es wird zweifellos weitere Entwicklungen geben, doch in der Vergangenheit wurden so große Fortschritte erzielt, dass weitere große Sprünge in Zukunft unwahrscheinlich sind. Im Versandraum hingegen besteht erhebliches Potenzial für Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen durch die Optimierung des Planungsablaufs und insbesondere durch dessen Integration in das Management und die Planung des Gesamtproduktionsprozesses. Erhebliches Optimierungspotenzial liegt auch im Vertriebsprozess, vor allem durch eine bessere Integration des Vertriebsmanagements mit der Produktion.

In vielen Ländern ergeben sich auch beträchtliche neue Geschäftspotenziale durch die Ausschöpfung der logistischen Infrastruktur, die Zeitungsverlage für ihren Vertrieb einsetzen. Es gibt keinen Grund, warum diese Infrastruktur auf den Vertrieb von Zeitungen beschränkt sein sollte. Andere Produkte könnten ebenso gut darüber vertrieben werden. Je nachdem, wie die Regelungen in den jeweiligen Ländern sind, könnte sogar Post ausgeliefert werden. Die Fähigkeit ist bereits vorhanden, es ist nur eine Frage der Implementierung entsprechender Managementsysteme, um das Ganze in die Praxis umzusetzen.
 

 


Jürg Möckli, CEO, Ferag

Kosteneinsparungen in der Zeitungsproduktion lassen sich auf drei Stufen erzielen:

1. Prozessintegration
Integrierte Lösungen von Ferag fassen mehrere Funktionen in einem Inline-Verarbeitungssystem zusammen. Die höchste Stufe der Prozessintegration verbindet das Sammeln, Einstecken, Falzen, Heften, Schneiden und das Polybagging zu einem System. Die Wirtschaftlichkeit dieses Konzepts liegt in der hohen Nutzungsvielfalt für Zeitungen, Semicommercials und den Direktwerbeversand bei kurzen Durchlaufzeiten, geringer Makulatur und einem sparsamen Ressourceneinsatz.
Das offene Konzept ermöglicht die Integration neuer Funktionen und den einfachen Ausbau der Kapazitäten. Ferag gibt damit dem Anwender die Gewissheit, investiertes Kapital auf lange Sicht wirtschaftlich nutzen zu können.

2. Steuerungskonzepte
Moderne Konzepte für die Prozesssteuerung unterstützen die Zeitungsproduzenten in der Organisation, Disposition und Steuerung ihrer Kapazitäten. Hier fällt und steigt die Qualität mit dem Grad der Benutzerfreundlichkeit. Je intuitiver eine Bedieneroberfläche ausgelegt ist, umso höher sind die erzielte Effizienz und die Wirtschaftlichkeit. Ferag zeigt mit dem Navigator und der zugrundegelegten Flying Frame Technology mit Multitouch Screen den Weg in die Zukunft auf.

3. Präventivwartung
Kostensparende Produktion hängt direkt davon ab, wie ein Produktionssystem gewartet ist. Ein systematischer Anlagenunterhalt mit planmäßiger Präventivwartung gibt Aufschluss darüber, in welchem Zustand sich ein System befindet und hilft, unvorhergesehene Produktionsstillstände zu vermeiden. Der Produktivitätserhalt und das Vermeiden teurer Technikereinsätze führen zu klar messbaren Kosteneinsparungen.
WRH Marketing und Ferag bieten mit Domino ein Service-Leistungspaket, das auf der Grundlage von Service-Level-Agreements maßgeschneiderte Lösungen für jedes Bedürfnis zulässt.

Eric Bell, Director of Marketing Services, Goss International

Durch neue Technologien haben sich erhebliche Kosteneinsparungsmöglichkeiten eröffnet und Verlage bzw. Druckereien, die längerfristig den ROI im Auge haben, werden feststellen, dass sehr viel für die Investition in neue Ausrüstungen oder in die Aufrüstung einer bestehenden Plattform spricht.

Das größte Einsparungspotenzial in der Zeitungsproduktion ergibt sich seit Jahren beim Papierverbrauch. Angesichts zu erwartender signifikanter Preissteigerungen für Zeitungsdruckpapier können Verlage es sich nicht leisten, diesen Bereich außer Acht zu lassen. Die Lösung zur Minimierung des Papierverbrauchs liegt in der Steigerung der Produktionseffizienz. Durch verbesserte Automation, eine intelligente Systemarchitektur und Qualitätskontrollen lässt sich ein höherer Effizienzgrad pro Papierrolle erzielen. Zudem ergeben sich Einsparungen durch einen effizienteren Energieverbrauch, geringeren Personalbedarf und eine längere Betriebszeit der Druckanlage. Durch Farbvoreinstellung und elektronisch gesteuerte Farbzufuhr gewährleistet ein Farbwerk wie Goss DigiRail, dass der Druckjob innerhalb kürzester Zeit eine optimale Qualität erreicht und Makulatur somit auf ein Minimum reduziert wird.

Für manche Verlage dürfte der ideale Weg zur Reduktion der Papierkosten darin liegen, ihre Produktformate zu überdenken. Eine einfache, kosteneffiziente Modifizierung der Druckmaschine, wie sie beispielsweise durch die Goss Triliner-Technologie ermöglicht wird, durch die sich an einer bestehenden Doppelumfangmaschine Papierkostenersparnisse bis zu 33 Prozent erzielen lassen, könnte langfristig die vernünftigste Entscheidung sein. 
 

Horst-Walter Hauer, General Manager, IBH Ingenieure für Druck-und Projekttechnologie

Als Ingenieurbüro sehen wir je nach Struktur der Druckerei die Bereiche Workflow, Energie, Betriebsmittel und natürlich die technische Ausrüstung selbst [als Bereiche mit Kostenreduzierungspotenzial]. Teilweise können durch Änderungen der eingespielten Vorgehensweisen schon Einsparungen erzielt werden. Stichwort Prozessoptimierung: Weg-Analysen zur Optimierung der Abläufe oder unkonventionelle Anordnung von Teilprozessen zur übergreifenden Bearbeitung.

Bei einem kürzlichen großen Projekt in Nordeuropa haben wir die Anfahrvorgänge beim Mehrbahn-Betrieb analysiert: Durch unübersichtliche Verstellmöglichkeiten am Strangregister des Falzapparates wurde unnötig viel Makulatur erzeugt. Unsere Nachrüstung auf drei unabhängig voneinander einstellbare Registermöglichkeiten hat die Makulaturrate erheblich gesenkt und den Anfahrvorgang zeitlich fast um die Hälfte verkürzt. Parallel dazu war die Anlage mit Bahnspannungsmessstellen entlang des kompletten Papierlaufs nachgerüstet worden. Mit dieser Kombination wird reproduzierbar ein sicherer Anlauf, ein stabiler Produktionslauf und, wichtig für den Mehrbahnbetrieb, auch ein gutes Notstoppverhalten erzielt.
Als Ergebnis einer weiteren Analyse zu den Rüstzeiten wurden die vorhanden Wendestangen umgebaut und so angeordnet , dass für die unterschiedlichen Produktionen kein Umlegen mehr nötig war. Zusammen mit einer geschickten, übersichtlichen Erweiterung der Einziehkette führte dies zu einer markanten Verkürzung der Rüstzeiten und aber auch zu erheblich verringerten Stillstandszeiten im Fall eines Papierrisses. Ein Beispiel für höhere Effizienz bei gleichzeitig deutlicher Entlastung des Personals.

Bei Serviceverträgen (für Reinigungs-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten) sehen wir den Kostenvorteil im Vordergrund gepaart mit der hohen Planungssicherheit , die größere Flexibilität im Einsatz und sicherlich nicht zu vergessen der Zugang zu aktuellem externen Expertenwissen.
 

 


Klaus Schmidt, Director Marketing & Corporate Communications, KBA

Neben zeitgemäßer Technik in Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung bestehen in vielen Zeitungshäusern immer noch erhebliche Potenziale im Bereich der Prozess- und Workflow-Optimierung mit entsprechender Zeit- und Personaleinsparung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie reichen von allgemeiner Investitionszurückhaltung über hier und da fehlende Innovationsbereitschaft bis hin zu betrieblichen Gründen (fehlende Qualifikation beim Personal, unklare Zielvorgaben). Teilweise werden die Produktionskosten noch nicht mit der erforderlichen Konsequenz erfasst und die Einsparpotenziale moderner Anlagen bei Makulatur, bei Personalbesetzung, Verbrauchsmitteln und Energie nicht konsequent genutzt. So lässt sich z.B. bereits in der Vorstufe der spätere Farbverbrauch beeinflussen. Hier gibt es in der Branche in enger Abhängigkeit von der jeweiligen Unternehmens- und Führungsphilosophie von Betrieb zu Betrieb noch immer erhebliche Unterschiede. Darüber hinaus kann eine regelmäßige Wartung die Produktivität und Zuverlässigkeit der Produktionsanlagen erhöhen und teuere Maschinenstillstände sowie Reparaturkosten vermeiden.


Ingo Wölk, Corporate Marketing & Communications, manroland

Potenzial für weitere Einsparungen in der Zeitungsproduktion sieht manroland in folgenden Bereichen:
• Workflow-Optimierung (siehe unter von ppi Media)
• Prozessautomatisierung mit autoprint bzw. den InlineControl-Systemen (InlineRegistration Control, InlineCutoff Control, InlineTension Control, InlineTemperature Control und InlineDensity Control ),
• effizienteres Energiemanagement/Nachhaltigkeit (EcoLogic mit Ökometer) und
• Service: Mehr Produktionsstabilität kann mit manroland Store (Ersatz- und Verschleißteile) und mit printservices für die Leistungsmaximierung der Druckmaschine erreicht werden.

Nähere Infos auf der manroland-Website zu „EcoLogic im Rollenoffsetdruck“ unter:
http://www.manroland.com/com/de/presseinformationen_printvalue_7283.htm
und „manroland STORE“ unter:
http://www.manroland.com/com/de/presseinformationen_printvalue_7248.htm

Norbert Ohl, Geschäftsführer, ppi Media

Mit Automatic-Plate-Loading hat manroland das „One-Touch Printing“ ermöglicht. Die vorausgehenden Produktionsschritte können sogar noch automatisierter ablaufen. Das Output-Managementsystem printnet OM ermöglicht beispielsweise die „touchless“ Plattenproduktion und ist darüber hinaus optimal auf alle Anforderungen der APL-Technologie eingestellt.
Von der eingesetzten Druckplatten-Logistik über die Belichtung von Blindplatten bis hin zum Farbzusammenhalt und der automatischen Erzeugung von Druckformen – printnet OM setzt auf die Automatisierung der Arbeitsprozesse. Aus mehreren Gründen: Neben Rationalisierungsmöglichkeiten können die kürzeren Produktions- und Rüstzeiten zu deutlichen Steigerungen in der Produktqualität führen. Ein wichtiger Faktor hierfür ist der Rückgang menschlicher Fehler durch Automatisierungsprozesse.

Neben einem flexiblen Prepress-Workflow mit optimaler Ressourcenauslastung können in Self-Service Tools oder Application Services Einsparpotenziale für die Zeitungsproduktion liegen. Kundenportale, wie beispielsweise das AdX-Modul zur selbstständigen Buchung und Erfassung von digitalen Anzeigen (bspw. Online- oder Mobile-Banner) oder Kampagnen durch den Anzeigenkunden, entlasten die Anzeigenabteilung im Verlag. Wichtige Voraussetzungen für Self-Service Tools sind eine leicht verständliche Bedienoberfläche und einfache Bezahlmodelle.

Application Service Anbieter ermöglichen es den Verlagen, sich ganz auf das Kerngeschäft zu konzentrieren – das Zeitungmachen. Die Application Services, wie sie von ppi Media angeboten werden, rentieren sich für die Medienhäuser durch Skaleneffekte. Wo jeder Verlag ein Experten-Team zur Wartung- und Instanthaltung seiner IT-Infrastruktur benötigt, kann ppi Media einen Service für mehrere Verlage gleichzeitig anbieten. Mit vielen Vorteilen: Neben der Tatsache, dass kein interne Dienstleister die Software so gut kennt, wie der Hersteller selbst, sind weitere positive Auswirkungen der Application Services im Betrieb und der Überwachung der Applikationsplattformen zu spüren. Außerdem können regelmäßige Analysen der Systemstruktur und daraus resultierend Workflow-Optimierungen durchgeführt werden. Der 24/7-Support ist immer auf dem neuesten Stand der Installationen und darüber hinaus als „Power-User“ qualifizierter Ansprechpartner für alle Fragen rund um die verlagsinternen IT-Prozesse. Die Expertise des ppi-Teams für Application Services konnte in über 100 nationalen und internationalen Installationen wachsen und kann von den Auftraggebern jederzeit abgerufen werden. Eine Dienstleistung also, die dafür sorgt, dass die IT-Infrastruktur fast ohne jeden Personalaufwand seitens des Verlags immer reibungslos läuft.

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