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Praxiserfahrungen mit der KBA Commander CT

Fri, 2010-10-08 11:00 — Charlotte Janis...

Article ID:
11476

Interview mit José Manuel Lozano Orús

José Manuel Lozano Orús

WAN-IFRA: Was waren die Gründe für die Wahl der Commander CT Rotation? War die Cortina auch in Betracht gekommen? Welche Merkmale der Commander CT sind für Sie am wichtigsten?

JOSÉ MANUEL LOZANO: Wir haben die Commander CT nach gründlichem Studium des Marktangebotes gewählt. Die Cortina hatten wir als eine hervorragende Lösung in Betracht gezogen, und als sich dann die Gelegenheit ergab, die technischen Möglichkeiten der Cortina in Verbindung mit den Verbrauchsmaterialien und der Erfahrung aus dem traditionellen Offsetverfahren in einer neuen Rotation, der Commander CT, zu bekommen, und mit der Garantie von KBA, da haben wir uns entschlossen, auf diese Maschine zu setzen – so wie wir damals Pioniere bei der Comet waren. Das wichtigste bei dieser Entscheidung war die Investition in eine fortschrittliche Maschinenkonstruktion, die uns größtmögliche Effizienz in einem Produktionsumfeld erlauben sollte, das von ständigen Ausgaben- und Publikationswechseln und der zusätzlichen Schwierigkeit unterschiedlicher Formate geprägt ist.

WAN-IFRA: Wird Ihre Rotation ausschließlich für den Zeitungsdruck eingesetzt oder drucken sie damit auch andere Produkte?

J. M. LOZANO: Seit 1997 haben wir unsere Druckerei auch für Fremdaufträge geöffnet. Heute verfügt die Druckerei über eine Druckkapazität von 240 Farbseiten mit fünf Falzapparaten. Pro Monat drucken wir durchschnittlich 487 Publikationen.

WAN-IFRA: Um welche Arten von Produkten oder Publikationen handelt es sich dabei? Ist Ihr Versandraum für eine Weiterverarbeitung ausgestattet, die über den reinen Zeitungsbedarf hinausgeht?

J. M. LOZANO: Wir produzieren hauptsächlich Zeitungen, aber da wir auch in der Rotation heften und den Viertelfalz realisieren können, stellen wir auch Semicommercials her. Im Versandraum verfügen wir über eine Offline-Linie von Müller Martini, die uns die Weiterverarbeitung von Magazinen, Broschüren und dergleichen gestattet.

WAN-IFRA: Sie haben ein eigenes Closed-Loop-Regelungssystem für Register- und Dichteregelung (von 3TControl) installiert. Wie ist es zu diesem Projekt gekommen? Waren Sie nicht von dem überzeugt, was der Markt zu bieten hatte?

J. M. LOZANO: Unser Ziel war stets eine ausgewogene Qualität. Als wir [unser Projekt] starteten, hatte der Markt keine Lösungen zu bieten, die den Prozess als Ganzes betrachteten. Zusammen mit 3TControl haben wir heute ein einziges System entwickelt, mit einem Minimum an Elementen und einem Maximum an Software, die Abschnitt, Register und Dichte regelt sowie den Fan-out korrigiert. Das System speichert alle Produktionsdaten sekundengenau. Das erlaubt, Probleme unterschiedlichster Art in Echtzeit zu erkennen, und mittels der entwickelten Software die vorbeugende Wartung zu vereinfachen. So haben wir nicht nur eine gleich bleibende Qualität und Senkung der Makulaturrate erreicht, sondern auch unsere Wartungs- und Produktionskosten gesenkt.

WAN-IFRA: Wie funktioniert die automatische Dichteregelung? Misst es im Bild, ohne Marken? Werden Kameras eingesetzt – feststehende oder bewegliche, die über die Breite der Bahn fahren?

J. M. LOZANO: Es ist ein System mit unsichtbaren Marken, das mit einer beweglichen Kamera pro Bahn die Überwachung aller Produktionsparameter erlaubt. Das Nichtvorhandensein von Marken und seine Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse des Druckers sind die besten Eigenschaften des Systems.

WAN-IFRA: Regelt das System die Dichte von allem Anfang an automatisch, wenn die Rotation anläuft, oder setzt die Regelung erst nach der Anlaufphase ein? Wenn es von Anfang an eingesetzt wird, wie lange dauert es, bis gute und konstante Farbwerte erzielt werden?

J. M. LOZANO: Die Dichte wird von Anfang an gemessen (wenn die Gummitücher noch sauber sind) und dies hat uns erlaubt, unsere Hochlaufkurven dadurch zu verbessern, dass wir sie an das angepasst haben, was bei den Geschwindigkeitsveränderungen tatsächlich passiert. Die Entwicklung der Dichte in dieser Phase messen zu können, hat uns gestattet, die Einrichtzeiten und damit unsere Makulatur zu verbessern. Seit der Installation konnten wir unsere Makulatur dank des Systems um 23% reduzieren.

WAN-IFRA: Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden: der Druckqualität der Rotation und der Wirksamkeit der Closed-loop-Regelung?

J. M. LOZANO: [Ich bin] sehr zufrieden, weil es gelungen ist, unsere Qualität konstant zu halten und zu verbessern, und weil die Gesamtmakulatur um 40% gesunken ist und auch wegen der Verbesserung der Kostensituation in der vorbeugenden Wartung, die wir dann vornehmen, wenn sie wirklich erforderlich ist.

WAN-IFRA: Wie wirkt sich der automatische Plattenwechsel in Kobination mit der Closed-loop-Regelung und anderen Automatismen auf ihre Rüstzeiten aus?

J. M. LOZANO: Aufgrund der Vielzahl der von uns gedruckten Publikationen und der Produktionswechsel, die das mit sich bringt, hat unsere Druckmaschine durch die Prozessautomatisierungen etwa 30% Produktionskapazität gewonnen. Wäre das nicht so, hätten wir die Anzahl der Druckwerke erhöhen müssen, was die Schwierigkeit der Erzielung einer einheitlichen Qualität erhöht hätte. Die Senkung der Vorbreitungszeit hat unseren Kunden günstigere Andruckzeiten beschert sowie die Möglichkeit, ihre Produktion zu erhöhen.

WAN-IFRA: Benötigen Sie mit der neuen Rotation weniger Personal? Mit wie vielen Leuten können Sie die Zeitungsproduktion fahren?

J. M. LOZANO: Für die Bedienung der Commander CT, wenn sie komplett belegt ist, werden drei Personen benötigt sowie die Unterstützung durch eine Teilzeitkraft, die zum Teil für eine andere Sektion eingesetzt wird.

 

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