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Statement von Klaus Schmidt, KBA, on Lean Production
Thu, 2010-03-11 17:52 — Charlotte Janis...
- Article ID:
- 11202
Lean Production
Klaus Schmidt ist Director Marketing / Corporate Communications bei der Koenig & Bauer AG (KBA).
Zur Verschlankung der Produktion trägt im Wesentlichen die Automatisierung ehemals manueller Tätigkeiten und die digitale Verkettung der einzelnen Prozessschritte bis zur Verladerampe bei. Die Möglichkeiten beginnen bei der längst üblichen automatisierten Plattenherstellung CTP und der Übernahme der digitalen Voreinstell- und Auftragsdaten in den Leitstand der Rotation mittels AVE-System. Sie reichen weiter von der automatisierten Papierlogistik im Rollenkeller, dem automatisierten Papierbahneinzug inklusive eventueller automatischer Umstellung des Falzwerkes, automatisierten Druckplattenwechsel bis hin zur heute möglichen Automatisierung der Druckplattenlogistik zwischen Vorstufe und Rotation und Entsorgung nicht mehr benötigter Druckplatten. Auch die Einbindung der Materialwirtschaft und anderer kaufmännischer Bereiche über entsprechende Branchensoftware ist längst Realität.
Ziel von Lean Production ist eine hohe Produktivität zu möglichst geringen Kosten, wobei die Minimierung von Personaleinsatz, Makulatur, Wartung, Parallel-Tätigkeiten usw. heute eine zentrale Rolle spielen. Bei aller Automatisierung sind im zeitkritischen Zeitungsdruck Produktionssicherheit und die Einhaltung knapper Produktionstermine, auch im Falle evtl. Störungen innerhalb der Automatisierungskette immer noch von entscheidender Bedeutung. Schlagworte wie “AutoPrint”, d.h. die komplett automatisierte, nahezu mannlose Druckproduktion sind im Regelfall aber noch Zukunftsmusik und vielleicht auch gar nicht im Sinne des Erfinders: Die Zeitung sollte auch pünktlich erscheinen, wenn eine Papierbahn reißt oder eine andere Störung auftritt. Und dafür sind auch im Zeitungsdruck des 21. Jahrhunderts immer noch Menschen erforderlich. Gleichwohl ist die an modernen Anlagen erforderliche Zahl der Bediener deutlich gesunken. Sie werden zunehmend zu Kontrolleuren der Produktqualität in einem weitgehend automatiserten Herstellungsprozess. Auch das übrige technische Personal wurde vielerorts deutlich zurückgeführt. Die Industrialisierung der Zeitungsproduktion geht weiter.
Lean Production im Detail und die Automatisierungsschwerpunkte können von Fall zu Fall deutlich differieren. Wesentliche Faktoren sind Auflagenhöhen und Anzahl der Teilauflagen, Plattenbedarf und Papierdurchsatz sowie vorgegebene Produktionszeitfenster in Relation zur Auslastung der Anlagen. Automatisierung um jeden Preis ohne entsprechende Wirtschaftlichkeitsrechnungen ist ebenso wenig sinnvoll wie der bewusste Verzicht auf weniger personalintensive Prozesse aus sozialen Überlegungen. Angesichts des zunehmend intensiver werdenden Wettbewerbs mit den elektronischen Medien muss auch die Herstellung des Printmediums Zeitung rationeller erfolgen als früher.
