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Statement von Tariq Ansari zu den Where NEWS?-Reports 9 und 10
Tue, 2009-04-07 00:00 — WAN-IFRA
- Article ID:
- 8241

Die Autoren der Studie „3 Leben einer Zeitung“ befürworten eine Umstellung von traditionellen Tageszeitungen auf Hybrid- und/oder Gratispublikationen als Möglichkeit einer Änderung des Geschäftsmodells. Ihre Argumentation lautet wie folgt:
Digitale Medien ersetzen Zeitungen in erster Linie deshalb, weil sie durch das Gratis-Modell für die Nutzer attraktiv sind. Ein Gratis- oder Hybridmodell erlaubt den Zeitungen, mit digitalen Medien zu konkurrieren und ihre Auflagenzahlen wieder zu steigern. Wenn sich die Auflagen/Leserzahlen der Zeitungen wieder erhöhen, werden wir uns wieder in einer positiven Anzeigen-Auflagen-Spirale befinden und das Geschäftsmodell wird sich zum Positiven wandeln.
Ich stimme in einer Reihe von Punkten nicht mit dieser Abhandlung überein. Zunächst möchte ich die Hauptpunkte der Argumentation aufgreifen:
1. Ich glaube nicht, dass der Hauptgrund für den Erfolg der digitalen Medien darin liegt, dass sie für den Nutzer kostenlos sind. Damit lässt man den Komfort, die Interaktivität und einfach auch die hohe Attraktivität der neuen Medien außer Acht. Die Nutzer wenden sich den digitalen Medien zu, weil diese sehr fokussiert und bedienerfreundlich sind und ein hohes Maß an Interaktivität ermöglichen, d.h. den Nutzer in den Mittelpunkt stellen. Ich suche eine Website vor allem deshalb auf, weil diese mir ein spezielles Informationsbedürfnis erfüllen kann. Und mit einem Mausklick kann ich zu einer anderen Website wechseln. Bei einer Zeitung werde ich mit einer Fülle an Informationen überhäuft, die nicht alle für mich relevant sind. Sich einer anderen Zeitung zuzuwenden, ist nicht sonderlich bequem.
2. Wenn man die Zeitung den Lesern gratis anbietet, lassen sich damit zwar die Auflagen- und Leserzahlen steigern, doch werden die Leser und Werbekunden dies auch honorieren? So haben sich beispielsweise Haus
3. Die „Anzeigen-Auflagen-Spirale“ besitzt heutzutage keine Gültigkeit mehr. Mehr Leser zu erreichen bedeutet nicht automatisch höhere Anzeigeneinnahmen. Die digitalen Medien bieten eine zielgenauere Ansprache, eine bessere Nachvollziehbarkeit und die Möglichkeit der performance-orientierten Bezahlung, was Zeitungen mit ihrem massen
Vor allem denke ich nicht, dass das Riepl’sche Gesetz heutzutage noch zutreffend ist. Als Zeitungsverleger sollten wir die Aussage, dass „die einfachsten Mittel, Formen und Methoden, wenn sie nur einmal eingebürgert und als brauchbar befunden worden sind, auch von den vollkom
Andererseits stimme ich der Gedankenführung im Strategiepapier MMM (Multimedia, Multichannel, Multi
Ich möchte jedoch verschiedene der genannten Punkte unterstreichen und einige weitere Überlegungen anfügen:
• Von allen Veränderungen in unserem Umfeld müssen wir dem Wandel im soziokulturellen Bereich die größte Auf
• In den neuen Medien müssen die Inhalte sehr viel stärker fokussiert und nutzerorientiert abgestimmt sein. Wir müssen uns von unserem „Massenmedien-Denken“ lösen und das redaktionelle Produkt für spezielle Nutzerschaften und Kontexte konzipieren. Es reicht nicht, Websites einzurichten, auf die die Inhalte einer Zeitung einfach unverändert „draufgeschaufelt“ werden. Ebenso gilt das für andere Plattformen und Kanäle.
Um die MMM-Strategie zu einer richtigen Business-Stra
