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Story-Planungstools: Interview mit Klaus Dombrowski, Multicom

Tue, 2009-01-20 00:00 — WAN-IFRA

Article ID:
7878

Klaus Dombrowski ist Geschäftsführer der Firma Multicom, die die Multimedia-Publishing-Lösung NGen entwickelt und vertreibt.

IFRA: Was erwarten Redaktionsmanager heutzutage von ihren Planungslösungen?

Klaus Dombrowski: Im Vergleich zu traditionellen redak­tionellen Workflows unterscheiden sich die Anforderungen der Redaktionsmanager heute von Kunde zu Kunde. Und die (derzeitige Wirtschafts- und Branchen-)Krise verändert deren Anforderungen erneut. Das heißt, ein System muss flexibel sein und effiziente Workflows für Print-Publishing ebenso wie für Multichannel-Publishing bieten.

IFRA: Was macht die Nutzung Ihres Systems so einfach, dass ein außerhalb der Redaktion arbeitender Reporter jederzeit Zugriff auf seine Story, Themenplanung, Aufträge usw. hat und diese aktualisieren kann?

K. Dombrowski: Freelancer bilden eine eigene Nutzer­gruppe. Sie erhalten den Zugriff, den sie brauchen, über einen einfachen Web-Service. Qualifizierte Redakteure oder Reporter können zwischen mehreren Alternativen wählen: Full-Client-Zugang mit Online-/Offline-Modus sowie Anbindung per Internet oder Mobilfunkverbindung. Für jede Situation bietet NGen eine passende und effiziente Lösung. (Nebenbei bemerkt stellt der Reporter an entlegenen Einsatzorten nicht die Hauptanforderung unserer Kunden dar.)

IFRA: Welche Art von Überblick kann Ihre Lösung Redakteuren und Reportern bieten, die für multimediale Storypakete arbeiten?

K. Dombrowski: NGen ist so konzipiert, dass jeder Redakteur, der damit arbeitet, nur ein System braucht um a) Inhalte für verschiedene Verbreitungskanäle zu erstellen, b) die Veröffentlichung in allen Medien zu verfolgen, für die er arbeitet, und c) sofort zu kontrollieren, was von ihm und seinen Kollegen veröffentlicht wird.

IFRA: Inwiefern hat sich die Entwicklung der letzten Monate auf Verlage ausgewirkt, die nach neuen Lösungen suchen, insbesondere unter dem Aspekt, dass viele Redaktionen vor der großen Herausforderung stehen, ihre redak­tionellen Aufgaben mit drastisch reduziertem Personal zu bewältigen? Uns ist aufgefallen, dass einige Anbieter von Redaktionssystemen betonen, wie sehr ihre Systeme zur Effizienzsteigerung beitragen. Redaktionsverantwortliche, die sich nach neuen Systemen umsehen, möchten daher vermutlich wissen, wie sie fehlende Kapazitäten durch Technologie so weit wie möglich kompensieren können.

K. Dombrowski: NGen bietet beides: hochautomatisierte, printgetriebene Workflows für kostengünstiges Web-Publishing sowie Workflows, die die Anforderungen ambitionierter Websites mit Online-First- und Online-Only-Konzeption und einem breiten Spektrum exklusiver Nachrichten und Services verbinden. Es liegt beim jeweiligen Verlag, wie er den Markt bedienen möchte. Wir haben aber auch andere Meinungen gehört: Wenn Sie die Marktführerschaft erlangen wollen (Web- oder Gratis­zeitungen), dann vergessen Sie Synergien, konzentrieren Sie sich auf Ihr Zielpublikum und vermeiden Sie Kompromisse!

IFRA: Die Preisgestaltung ist derzeit sicherlich eine echte Herausforderung, angesichts der Tatsache, dass die Zeitungen finanziell unter Druck stehen und sich einen zu hohen Preis einfach nicht leisten können. Wie reagieren Sie in dieser schwierigen Situation?

K. Dombrowski: Eines galt in der Vergangenheit und gilt auch heute: Der Preis ist nicht entscheidend (für welche Lösung sich ein Verlag entscheidet). Wenn ein Verlag die Tools wählen muss, mit denen sein Team in den nächsten 10 bis 15 Jahren arbeiten soll, ist es viel wichtiger, technische Einschränkungen und künftige Kosten für neue und veränderte Schnittstellen zu vermeiden. Wenn man die lange Lebensdauer des Systems berücksichtigt, muss der ROI einer Einsparung von etwa zwei Mitarbeitern entsprechen.

IFRA: Man hört, dass verschiedene Anbieter ihr Geschäft diversifizieren, z.B. indem sie sich stärker dem Zeit­schriftenmarkt zuwenden, Lösungen an Banken, Regierungsbehörden etc. verkaufen, die zunehmend Bedarf an einer Veröffentlichung ihrer Informationen haben. Denkt man in Ihrem Unternehmen ebenfalls darüber nach? Wenn ja, was sind die Hauptgründe und welches Potenzial sehen Sie hier?

K. Dombrowski: Multicom errang seine führende Position auf dem Markt in der Phase der Krise vor fünf bis sechs Jahren. Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten beiden Jahren unsere Marktposition erneut stärken können, weil wir annehmen, dass einige Wettbewerber aus dem Markt aussteigen, während wir derzeit den besten Auftragsbestand seit Einführung von NGen vorweisen können. Wenn man in Zeiten der Krise neue Märkte erschließen möchte, kann man leicht seine Kompetenz im eigenen Kernmarkt verlieren, insbesondere dann, wenn man seine Kapazitäten neu ordnen muss. Multicom konzentriert sich ausschließlich auf seine Kernkompetenz und seinen Kernmarkt.

IFRA: Inwieweit sind Ihre Planungstools auf die spezielle Zielgruppe der Herausgeber zugeschnitten, die Sie ansprechen möchten, d.h. was bieten Sie bzw. was können Sie einer Publikation mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren bieten, im Unterschied zur Publikation einer großen Mediengruppe?

K. Dombrowski: Der Zielmarkt für NGen sind mittlere und große Publishing-Einheiten (mit mindestens 80 Redakteuren). Die angebotenen Workflows eignen sich für mittelgroße Unternehmen, die eine Minimierung ihrer Kosten für das Web-Publishing anstreben, ebenso wie für Mediengruppen mit ambitionierten Websites und einem breiten Spektrum von Publikationen.

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