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Zeitungsdruckerei der Zukunft
Fri, 2010-10-29 10:16 — Charlotte Janis...
- Article ID:
- 11492
Visonelles Konzept
Im Rahmen der IFRA Expo 2010 in Hamburg präsentierte Horst-Walter Hauer, General Manager des IngenieurBüroHauer (IBH), einer Gruppe von Zeitungsfachleuten des Technischen Komitees „Production“ von WAN-IFRA seine Vision von der „Zeitungsdruckerei der Zukunft“.
Ausgangspunkt seiner Betrachtung ist dabei die Ist-Situation in heutigen Zeitungsdruckereien, wobei die innerbetrieblichen Transporte im Fokus stehen. Sie werden zu einem relativ hohen Anteil manuell mit unterschiedlichen Transportsystemen abgewickelt, die zudem nicht miteinander in Verbindung stehen und nicht ohne weiteres erweitert werden können. Er kritisiert auch die geringe Flexibilität in Bezug auf neue Funktionalitäten und die mangelnde Unterstützung des Bedienertransports.
Das Herz seiner „Druckerei der Zukunft“ ist natürlich weiterhin die Rotation, ergänzt durch sämtliche Einzelaggregate, die zur Zeitungsherstellung erforderlich sind: Plattenherstellung und Materialversorgung ebenso sowie Exemplartransport, Einsteck- und Weiterverarbeitung. Was neu ist, ist die Kompaktheit des gesamten Produktionsapparates, ein Höchstmaß an Automation und vor allem ein zentrales Transportsystem für Material und Bediener.
So sind, wie in einer Animation (s.u.) veranschaulicht, die einzelnen Maschinen und Komponenten für die Ver- und Entsorgung der Rotation mit Papier, Druckplatten und die Versandraummaschinen nicht hintereinander auf einer Ebene, sondern wie in einem Hochregallager auf mehreren Ebenen übereinander um die Rotation herum angeordnet, sodass die ganze Druckerei, wenn man sich Gebäudemauern darum herum vorstellt, einen Quader bildet. Diese extrem raumsparende, clusterartige Anordnung wird erst durch das zentrale Transportsystem möglich, das alle Materialbewegungen und die Beförderung der Mitarbeiter an jeden beliebigen Punkt im Produktionsgeschehen übernimmt.
Die Haupttrasse des Transportsystems, das einen Vertikallift einschließt, zieht sich längs durch das Gebäude und wird durch Querverbindungen, die die Aggregate anbinden und die Materialströme zusammenführen, ergänzt. Dabei ist das ganze Gefüge so flexibel, dass, wenn die Produktionsanforderungen sich ändern, einzelne Aggregate ausgetauscht oder weitere hinzugefügt werden können.
Der Vorteil der Kompaktheit in Verbindung mit dem hohen Automationsgrad und dem integrierten Transportkonzept liegt in einer höheren Produktivität und Effizienz durch weniger Personalbedarf, schnellere Reaktionszeiten und kurze Wege für die Mitarbeiter, die zudem nicht zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Die Bediener sind nicht mehr Rolleure, Drucker, Wartungsleute oder Versandraummitarbeiter, sondern einfach Produktionsmitarbeiter, die sämtliche Prozesse beherrschen und überall eingesetzt werden können. Auch der Einsatz von Robotern für bestimmte Arbeiten ist möglich.
