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Fri, 2010-12-17 09:59 — anonymous

Article ID:
11591

Ideen für Print

Welche innovativen Ideen und Technologien können Zeitungen nutzen, um im Wettstreit mit elektronischen Medien verlorenes Terrain für das Printprodukt zurückzuerobern?

Klaus Schmidt, Director of Marketing, KBA

Neben der Optik des Printproduktes (Layout, Format, Druckqualität) kommt es bei der im Vergleich zu online "langsameren", aber dafür deutlich nachhaltigeren Zeitung vor allem auf die Qualität des redaktionellen Inhalts an. Viele negative Beispiele aus den USA, aber auch aus anderen Teilen der Welt zeigen, dass man selbst am effizientesten zum Siechtum und allmählichen Untergang des Printmediums Zeitung beiträgt, wenn man qualifizierte Journalisten, gewiefte Pressefotografen und erfahrene Layouter nur noch als Kostenfaktor begreift und durch unerfahrene Billigkräfte oder "Bürger-Schriftsteller" ersetzt. Optische und inhaltliche Qualität ist für die Akzeptanz und Reichweite der Zeitung entscheidend, denn da haben die auch für weniger qualifizierte oder weniger glaubwürdige Informations-Emittenten offenen Online-Medien eine entscheidende Schwachstelle.

Daneben gibt es direkt für die Werbekunden noch eine Anzahl neue Werbeformen von Half Cover und Flying Pages bis hin zum Druck auf Transparenz- und Packpapier, der Super-Panorama-Anzeige, der Anzeige mit Reißverschluss (ZIP'n'Buy) u.v.m.: Das in Format und Form sehr wandlungsfähige Medium Zeitung hat viele Optionen, sich vom zweidimensionalen Einheits-Bildschirm oder Handy-Display abzuheben. An kreativen Ideen mangelt es nicht. Sie müssen nur umgesetzt werden.

Was die in letzter Zeit aufgekommenen Experimente mit 3D-Bildern, Quick Response-Codes, Augmented Reality und Audio-Chips betrifft ist meine Einschätzung: Interessant, aber es gibt diverse Hürden. 3D ist relativ einfach machbar, bringt meines Erachtens aber auf Zeitungspapier nicht den gewünschten Aha-Effekt. Quick Response Codes mit Inkjet direkt in der Zeitungsrotation ist technisch realisierbar (hat KBA schon zur drupa 1995 gezeigt). Die dafür notwendige Inkjet-Technik von Kodak und anderen ist aber relativ teuer und kann die Leistung der Rotation begrenzen. Interesse ist vorhanden, aber bisher hat das aus ROI-Gründen kaum ein Zeitungsdrucker gekauft. Augmented Reality könnte irgendwann kommen. Zeit und technische Lösungen sind aber noch nicht reif für einen breiteren Einsatz außerhalb des Labors. Audio-Chips sind für Massenprodukte wie Zeitungen in der Regel zu teuer (auch das Aufbringen nach dem Druck) und sprechen auch nicht alle Zeitungsleser an. Besser geeignet für Special Interest Zeitschriften.

 

Ingo Wölk, Corporate Marketing & Communications, manroland

Als Beispiele für innovative Ideen und Technologien, die Print attraktiver machen können, nennt Ingo Wölk von manroland:
• kreative Falzarten; Minipflug-Einsatz für Falzvariationen (Übersicht http://www.ifra.net/de/wiki/minipflug-schafft-vielf%C3%A4ltige-m%C3%B6gl...),
• Einsatz hochwertiger Papiere,
• 3D-Bilder für Redaktion und Anzeigen,
• Inkjet-Druck (z.B. für Personalisierung, lokalisierte Werbung, Spiele, Barcode-Aufdruck, Nummerierung)
• Druckqualität/Hybrid-Druck (Kombinierte Herstellung von Coldset- und Heatset-Teilen auf einer Maschine)

Norbert Ohl, Geschäftsführer, ppi Media

Print und Online sind sich ergänzende Medienkanäle, die keinesfalls als harte Wettbewerber betrachten werden sollten. Es gibt bereits eine Reihe attraktiver Tools für crossmediale Arbeitsprozesse in der Anzeigen-Abteilungen und der Redaktion. Und der Markt bewegt sich. Der Trend zu integrierten Newsdesks setzt sich unaufhaltsam fort und hat inzwischen Einzug in viele Redaktionen gefunden.

Eine neue, äußerst wirtschaftliche Newsdesk-Lösung wurde während der IFRA Expo 2010 von ppi Media und Digital Collection vorgestellt. Content-X ist eine schlanke Lösung für den Redaktions-Workflow. Es verbindet die innovativen Recherche- und Inhalts-Erfassungsmöglichkeiten des Content Management Systems DC-X mit der Leistungsfähigkeit von Adobe InDesign über das ppi-Plug-In ContentLink. Mit Content-X sind wir zum einen den Anforderungen der Redaktionen nach einem effizienten, flexiblen, einfach zu gestaltenden und vor allem digitalen Produktions-Workflow nachgekommen. Vordergründig haben wir aber eine Lösung geschaffen, die besonders auf die Bedürfnisse magazinähnlicher Produkte eingeht. So können mit ContentLink Inhalte aus DC-X schnell und komfortabel auf InDesign-Seiten platziert, nachverfolgt und aktualisiert werden. Durch eine Fokussierung auf das Wesentliche bleibt Content-X dabei schlank, leicht zu bedienen und kostengünstig in der Anschaffung, der Implementierung und dem Schulungsaufwand.
Seit der Präsentation der Lösung auf der IFRA Expo 2010 bemerken wir ein extrem starkes Interesse an Content-X und sind mit einigen Verlagen bereits im fortgeschrittenen Verhandlungsstadium.

Für den Bereich Anzeigen gibt es ebenfalls hoch integrierte Lösungen. Auch vom Addesk sind wir in vielen Verlagen nur noch wenige, jedoch wichtige Schritte entfernt. Das Orchestrieren von Medien ist zukünftig ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit in Verlagen. Der Einsatz von intelligenten Tools erleichtert das Dirigieren von Print, Online und Mobile. Ein Lösungsbeispiel aus dem Software-Bereich ist AdX von ppi Media. Mit AdX lassen sich die digitalen Werbeformate des Verlags disponieren und somit auch die profitablen Packages für crossmediale Kampagnen verwalten. Ebenso ist es möglich, ein reines Online-Advertising zu betreiben. Ein neues Modul von AdX ist die bidirektionale Schnittstelle zu SAP IS-M/AM. Besonders die Integration wichtiger Eingabefelder des komplexen kaufmännischen Anzeigensystems in die übersichtliche Bedienoberfläche von AdX verbindet die Stärken des SAP-Produkts und ergänzt es um die Vorteile leichter Bedienbarkeit, Flexibilität und Übersichtlichkeit. Die tiefe Integration von SAP IS-M/AM in AdX entstand auf Wunsch und Anregung vieler ppi-Kunden. Die Lösung wurde erstmals auf der IFRA Expo 2010 in Hamburg präsentiert. 

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