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Interview mit Bernd Staudt

Tue, 2009-11-17 14:28 — Charlotte Janis...

Article ID:
10756

Inksaving & Qualität

Der GMG InkOptimizer verspricht die Stabilisierung des Druckprozesses und sowie Kosteneinsparungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bernd Staudt ist für die GMG GmbH im Bereich Marketing tätig.

WAN-IFRA: Wie und an welcher Stelle wird Ihre Druckfarbenoptimierungs-Software in den Workflow eingebunden?

BERND STAUDT: Die Druckfarbenoptimierung wird ganz am Schluss im Workflow eingesetzt, wenn die Daten eigentlich schon druckfertig sind.

WAN-IFRA: Nach welchem Prinzip funktioniert die Software?

B. STAUDT: Die Buntfarben Cyan, Magenta und Gelb werden reduziert, während gleichzeitig der Schwarzanteil erhöht wird. Basierend auf dem GMG Farbknow-how und unter Verwendung von ausgeklügelten Farbreduktionsalgorithmen berechnet der GMG InkOptimizer eine CMYK-CMYK Farbtransformation, um den Farbauftrag einer Seite zu reduzieren. Besonders hervorzuheben ist, dass dabei – im Gegensatz zu reinen ICC-Lösungen – die Integrität des Schwarzkanals beibehalten wird.

WAN-IFRA: Wie groß ist das Einsparpotenzial bei den Buntfarben (und wovon wird dabei ausgegangen)?

B. STAUDT: Das ist sehr motivabhängig und sehr abhängig von der ursprünglichen, eingehenden Separation. Bei sehr bunten Motiven lässt sich logischerweise nur wenig Grau modifizieren, bei technischen oder anderen eher unbunten Motiven ergibt sich großes Einsparpotenzial. Wir haben Kunden, bei denen eine Einsparung des Gesamtfarbauftrags von bis zu 25% gemessen werden konnte, im Durchschnitt gehen wir von etwa 15% aus. Bei den Buntfaben CMY können durchaus Einsparungen von 35-40% erreicht werden.

WAN-IFRA: In welcher Relation erhöht sich der Bedarf bei der Schwarzfarbe?

B. STAUDT: Das ist abhängig vom verwendeten Standard. Eine Erhöhung um 15% ist realistisch bei entsprechender Reduzierung der Farben CMY.

WAN-IFRA: Wie wird sichergestellt, dass die Farbqualität im Druck durch die "Druckfarben-Optimierung" nicht leidet?

B. STAUDT: Der Farbanteil CMY wird reduziert bei gleichzeitiger Erhöhung des Schwarzanteils. Der Farbeindruck wird dabei exakt beibehalten. Ein Unterschied zwischen beiden Bildern ist weder visuell noch farbmetrisch (ΔE nahe Null) festzustellen. Die einzelnen Farbauszüge unterscheiden sich jedoch deutlich. Darüber hinaus beachtet GMG bei der Berechnung von InkOptimizer-Profilen die Homogenität der Farbauszüge und die Druckbarkeit der berechneten Separationen. Hier steckt das GMG-Farb-Know-how in der Software.

WAN-IFRA: Würden Sie sagen, dass die Druckqualität durch den Einsatz Ihrer Software steigt? Wenn ja, wie begründen Sie dies?

B. STAUDT: Durch den reduzierten Farbauftrag steht die Druckmaschine schneller in Farbe, d.h. die Einrichtzeit wird verkürzt und es fällt weniger Makulatur an. Denn durch die Harmonisierung der Separation ist es einfacher, die Druckmaschine mit Hilfe der Farbregler der Druckmaschine auf das korrekte Farbresultat einzustellen. Auch das Trocknungs- und Laufverhalten verbessert sich aufgrund des geringeren Farbauftrags. Bei einigen Papiersorten kann dadurch sogar die Druckgeschwindigkeit erhöht werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Papierbahn bei einer Rollenoffsetmaschine während des Drucks reißt wird deutlich reduziert. Ganz wichtig ist der farbstabilere Drucklauf, der – aufgrund des reduzierten Farbauftrags und der Stabilisierung durch Schwarz – zu deutlich geringeren Farbverschiebungen während des Drucks und damit zu einer höheren Qualität führt. Die Druckqualität steigt, da die Graubalance leicht zu erreichen und zu halten ist, Der Druck insgesamt ist stabiler, d.h. es gibt weniger Schwankungen innerhalb der Auflage.

WAN-IFRA: Was kostet die von Ihnen angebotene Software? Wie schnell amortisiert sie sich (ROI)?

B. STAUDT: Der GMG InkOptmizer ist ab 11.130 Euro erhältlich.
Die Amortisationszeit der Software ist von mehreren Faktoren abhängig. Unter anderem spielen die Auflagenhöhe, die Farbanteile je Seite eine große Rolle. Neben den Einsparungen bei Druckfarbe sind auch noch die geringere Makulatur zu berücksichtigen, es wird weniger Energie für den Trocknungsprozess benötigt, die Reklamationsrate sinkt etc. Eine Amortisationszeit von wenigen Wochen bis etwa eineinhalb Jahren ist die Regel. Wir haben mittlerweile mehr und mehr Druckkunden, die GMG InkOptimizer in ihren Druckproduktionen eingesetzt sehen wollen, eben aufgrund der höheren Qualität und Stabilität der Druckerzeugnisse. So sollte man auch den Faktor der Kundenbindung nicht außer acht lassen.
 

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