Main Menu (EN)
Search
IFRA - Log in, Registration
IFRA Advertisements
Advertisement Space
Interview mit Heiner Müller
Fri, 2009-11-20 13:13 — Charlotte Janis...
- Article ID:
- 10701
Inksaving & Qualität
Heiner Müller ist Director Communications & Business Development bei CGS Publishing Technologies International.
WAN-IFRA: Wie und an welcher Stelle wird Ihre Druckfarbenoptimierungs-Software in den Workflow eingebunden?
HEINER MÜLLER: Der ORIS Hotfolder greift die Daten an einer beliebigen Stelle ab, transformiert sie und gibt sie an einer wiederum beliebigen Stelle zurück in den Workflow. Grundsätzlich ist eine Transformation auf Element, Seiten oder Formenebene möglich. Darüber hinaus gibt es spezielle Workflow-abhängige Integrationsmöglichkeiten, wie z.B. Rules Based Automation (RBA) Scripte in Prinergy oder eine Dateinamen-basierende Automatisierung, z.B. in Prinergy oder Agfa Apogee.
Darüber hinaus gibt es seit einiger Zeit die Option 'OLP' ORIS Link Profile. Hierbei werden die ORIS-Farbanpassungen in ein ORIS Link Profile transformiert, das in allen RIPs verwendet werden kann, die Device Link Profile unterstützen (z.B. Prinergy, Rampage, TrueFlow, Nexus, Harlequin-basierende usw.teilweise sind zusätzliche Plug-ins erforderlich!) Worflow-technisch betrachtet ist dies die optimale Möglichkeit, da keinerlei zusätzliche Prozesse oder Interpretationen stattfinden. Abhängig vom jeweiligen RIP stellen die Ergebnisse jedoch manchmal nicht das Optimum dar, da die Profile teilweise unterschiedlich interpretiert werden.
WAN-IFRA: Bietet ORIS auch die Möglichkeit, CMYK-Eingangsdaten unbekannten Ursprungs zu analysieren, um ein passendes Profil zu finden?
H. MÜLLER: Hier müsste zunächst eine Farbraumtransformation z.B. von ISOcoated nach ISOnewspaper erfolgen, dies ist in Verbindung mit dem ORIS Press Matcher Pro jederzeit möglich. Viele Kunden verzichten jedoch darauf, da der CGS Inksaver eine hohe Toleranz gegenüber nicht standardisierten Farbräumen aufweist. Gerade z.B. Bogendrucker machen sich diesen Sachverhalt zunutze und verwenden lediglich eine Transformation unabhängig vom Ausgangsfarbraum. Dieses kann zu sehr geringen Farbabweichungen führen, die aber bei unbekannten Ausgangsfarbräumen ohnehin nicht ins Gewicht fallen.
WAN-IFRA: Nach welchem Prinzip funktioniert die Software?
H. MÜLLER: Die GCR/UCR-Berechnung stützt sich auf das Ausgabe-Profil. Eingangs-CMYK-Werte werden anhand des entsprechenden LAB-Wertes einer Farbe neu separiert. Dabei werden die Buntfarben im GCR-Bereich reduziert und durch Schwarz unter Beibehaltung des LAB-Wertes ersetzt. Gleichzeitig kann der Gesamtfarbauftrag (TAC) reduziert und der Einsatzpunkt beliebig gewählt werden. Grundsätzlich gilt es zu beurteilen, ob ein verwendeter Algorithmus z.B. Abrisse der 'Kipper' bei extremem GCR produziert. Dies kann und sollte anhand von sog. Smoothness-Tests geprüft werden.
WAN-IFRA: Können PDFs verarbeitet werden?
H. MÜLLER: Alle PDF Level werden unterstützt. Zusätzlich die ganze PS-Welt und alle üblichen Bildformate einschließlich Scitex HS und TIFF-IT.
WAN-IFRA: Wie groß ist das Einsparpotenzial bei den Buntfarben (und wovon wird dabei ausgegangen)?
H. MÜLLER: Hierüber lässt sich keine allgemeinverbindliche Aussage treffen. Motivabhängig kann dies von 0 – 40 % variieren. Es gibt vielerlei Faktoren, wie Gesamtdeckung, bereits vorhandenes GCR in den Bildern, gewählte Intensität etc.
WAN-IFRA: In welcher Relation erhöht sich der Bedarf bei der Schwarzfarbe?
H. MÜLLER: Wird das Dokument vor dem Druck mit ORIS Ink Saver behandelt, ist
der zu erwartende Tintenverbrauch 26.719 % geringer als normal (CGS Testchart 2008).
Die Flächendeckung wird in den Auszügen CMY nahezu halbiert, während die Deckung des Schwarzauszugs verdoppelt wird. Unterm Strich liegt die Farbersparnis bei knapp 27%.
WAN-IFRA: Wie wird sichergestellt, dass die Farbqualität im Druck durch die Druckfarben-„Optimierung“ nicht leidet?
H. MÜLLER: Durch die Technik wie weiter oben beschrieben, den verwendeten Algorithmus. Die Software erlaubt ferner die Berücksichtigung zahlreicher drucktechnischer Gegebenheiten, wie z.B. Vergrauen von Hauttönen durch die Verwendung einer stark rußhaltigen Schwarzdruckfarbe. Es können z.B. Bereiche gezielt von der Transformation ausgespart werden, ohne dass dies die Gesamtersparnis signifikant beeinflusst.
WAN-IFRA: Würden Sie sagen, dass die Druckqualität durch den Einsatz Ihrer Software steigt? Wenn ja, wie begründen Sie dies?
H. MÜLLER: Es gibt eine Vielzahl drucktechnischer Vorteile. In der Tat werden diese von Anwendern sogar höher bewertet als die Farbeinsparung allein. Einige verfahrenstechnische Vorteile sind z.B.:
• Deutlich bessere neutrale Graubalance
• Offenere Tiefen
• Bessere Zeichnung
• Kein Durchschlagen, auch bei Dünndruckpapieren
• Besseres Trockungsverhalten
• Reduzierung der Anlaufmakulatur, die Maschine ist schneller in der Farbe
• Teilweise höhere mögliche Maschinengeschwindigkeit
• Verwendung niedrigerer Papiergrammaturen
• Homogenisierung des Schwarzaufbaus aller Bildinhalte einer Form
WAN-IFRA: Was kostet die von Ihnen angebotene Software? Wie schnell amortisiert sie sich (ROI)?
H. MÜLLER: Da es verschiedene Varianten und Optionen gibt und die Software individuell eingerichtet werden kann, reicht die Bandbreite von ca. 10.000 – 25.000 €
Die Frage nach einer Amortisation ist nicht einfach zu beantworten. Es gibt Anwender im Rollenoffsetbereich, bei denen sich die Software in wenigen Wochen amortisiert hat, wobei die prozesstechnischen Vorteile noch gar nicht berücksichtigt wurden. Bei fast allen Anwendern, obwohl sehr unterschiedlich gelagert, kann jedoch von einem ROI unter einem Jahr ausgegangen werden.
