Als vermutlich erste deutsche Zeitung führte die in Koblenz erscheinende Rhein-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1. Februar 2010 ihren Lesern eine neue, „Augmented Reality“ (AR) genannte Technologie vor Augen. Unter Augmented Reality versteht man die Erweiterung der Realitätswahrnehmung mit Hilfe von Computer und Internet. Reale Welt und Fiktion verschmelzen.
Erklärt wurde die Anwendung auf einer Themenseite der Rhein-Zeitung, in der auch die entsprechenden Aktivierungselemente, so genannte „Marker“, eingebaut waren. Um die Anwendung starten zu können, muss die entsprechende Webseite, die die Unterstützungssoftware bereitstellt, geöffnet sein. Außerdem wird eine Webkamera gebraucht. Der Leser braucht jetzt nur den Marker, ein in der Zeitung abgedrucktes Symbol, unter die Kamera zu halten und schon erwacht die Seite zum Leben: Bei einem der Beispiele der Rhein-Zeitung springt eine dreidimensional anmutende animierte Comicfigur, eine Biene, hervor. An anderer Stelle wir mit einem anderen Marker ein Videoclip gestartet.
Die Effekte sind verblüffend und die Technologie dahinter ist interessant ... aber ist das alles nicht nur eine Spielerei?
Kommt darauf an, was man daraus macht. AR könnte im redaktionellen Bereich, beispielsweise im Bereich der Sportberichterstattung, eingesetzt werden, um z.B. ein Foto mit einem Videoclip anzureichern, in dem die entscheidende 11-Meter-Situation zu sehen ist oder der hauchdünne Vorsprung des Siegers vor dem Zweiten im einem Radrennen. Ein interessantes Einsatzfeld wäre aber insbesondere der Anzeigenbereich, wenn Anzeigen lebendig werden. Natürlich ist gerade bei animierten Grafiken die kreative Vorleistung (in der Regel durch eine Agentur) das Wesentliche. Dem Einfallsreichtum sind kaum Grenzen gesetzt. Abzuwarten bleibt, wie diese neuen Möglichkeiten von Anzeigenkunden und Lesern angenommen werden.
- Weitere Informationen dazu und die Möglichkeit, AR selbst zu testen, finden Sie unter www.rhein-zeitung.de
