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Welche Rotation ist am produktivsten?

Mon, 2010-04-26 10:11 — Charlotte Janis...

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11316

Druckmaschinenkonfigurationen im Vergleich

Ist eine Kompakt-Rotation „schlanker” als eine in herkömmlicher Bauweise? Hat 6/2 Vorteile gegenüber anderen Konfigurationen oder vielleicht 4/1? Wie so oft gibt es keine allgemeingültige Antwort.

Eine Kompaktrotation ist nicht per se mehr für eine Lean Production-Umgebung geeignet als eine „normale” Rotation. Dennoch hat sie einige Merkmale, die sie im Einzelfall dann doch geeigneter machen kann, wenn daraus entsprechende Vorteile gezogen werden können. So bedeuten kompakte Maschinen potenziell geringere Baukosten, wenn eine neue Rotationshalle erforderlich ist. Kompakte Maschinen zeichnen sich aber vor allem dadurch aus, dass die Bediener weniger Treppen steigen müssen, über bequeme Personenlifte zu den Druckwerken gelangen und die Drucktürme sich auseinanderfahren lassen. Einfache Papierbahnführung, gute Zugänglichkeit für Bedienung und Wartung – das alles zählt.

XXL-Format für maximale Produktivität – wo’s passt
Die 6/2-Konfiguration macht immer dann Sinn, wenn durch die gegenüber der 4/2-Standardkonfiguration um 50% höhere Produktivität Drucktürme eingespart werden können, wenn also 48 Seiten-Zeitungen mit nur zwei Drucktürmen produziert werden können, wohingegen bei 4/2-Rotationen drei Türme erforderlich wären bzw. wenn mit vier dreifachbreiten Türmen sechs doppelbreite ersetzt werden können. Jeder eingesparte Druckturm bedeutet in der Regel auch eine personelle Einsparung sowie weniger Stellfläche und eine geringere Investitionssumme. „Liegt der Regel-Seitenumfang der betreffenden Tageszeitung dagegen bei 32 Seiten, macht eine 4/2-Rotation mit 2 Drucktürmen mehr Sinn”, erläutert KBA-Marketingdirektor Klaus Schmidt, „da auch bei einer dreifachbreiten Anlage mit 24 Seiten pro Turm zwei Türme für diese Produktionsvariante gebraucht würden, wobei allerdings der zweite Turm mit acht Broadsheet-Seiten häufig nur zu einem Drittel ausgelastet und damit überdimensioniert wäre.”

4/1 für weniger Druckplattenverbrauch
Eine 4/1-Rotation kann von Vorteil sein, wenn es darum geht, vielleicht hohe Auflagen aber in relativ geringen Seitenzahlen zu produzieren, wenn also keine Sammelproduktion erforderlich ist, sondern immer in Doppelproduktion gedruckt wird,. Mit nur einer Platte im Zylinderumfang lassen sich gegenüber einer 4/2-Konfiguration (zwei Platten im Umfang) 50% der benötigten Druckplatten einsparen. Zu berücksichtigen ist dabei natürlich, dass die Standzeit der Platte für die benötigte Auflage ausreichen sollte, damit nicht durch einen zweiten Satz Platten sowohl der Einspareffekt wegfiele, sondern auch ein Zeitverlust durch den Plattenaustausch entstehen würde.

4/3 – Lösung aus der Trickkiste
Als schlaue Lösung für alle, die sich keine neue Maschine leisten können, wird der Umbau von zwei auf drei Platten im Umfang angeboten. Dadurch erhöht sich die Produktivität pro Zylinderumdrehung um 50% und der Papierverbrauch pro Seite reduziert sich um 33 % aufgrund der reduzierten Abschnittlänge. Nachteile sind ein dem Quadrat angenähertes Seitenformat (nicht zeitungstypisch), die Notwendigkeit der Anschaffung eines neuen Falzapparates und Einschränkungen in Bezug auf die möglichen Umfangsvariationen der Zeitung, da Veränderungen nur mit Sprüngen von jeweils 6 Seiten möglich sind (gegenüber 4-Seiten-Sprüngen bei Doppelproduktion vorher). Der Gedanke der Neueinteilung der verfügbaren Druckfläche lässt sich noch weiterspinnen: Warum nicht von 4/2 auf 6/3 umrüsten, d.h. sowohl im Umfang als auch in der Zylinderbreite eine Neueinteilung vornehmen? Das Format würde sich bezüglich des Verhältnisses von Seitenbreite zu Seitenhöhe wieder normalisieren und der Produktivitätszuwachs pro Zylinderumdrehung (18 statt 8 Seiten) wäre enorm!

Kombi-Lösung – keine Kompromisse
Die ideale Lösung ist diejenige, die so genau auf die Bedürfnisse abgestimmt ist, dass keine Kompromisse erforderlich sind. Bei einem Standardprodukt mit 32 Seiten ohne Seitenumfangsschwankungen wird man vermutlich auch eine Standard-Konfiguration von 4/2 wählen, die die Möglichkeit bietet, bedarfsweise in Sammel- oder Doppelproduktion eingesetzt zu werden. Sind die herzustellenden Produkte jedoch unterschiedlich in Auflagen und Umfängen, kann die ideale Lösung in einer Kombination von Drucktürmen mit unterschiedlichen Konfigurationen bestehen: Zum Beispiel können 6/2-Türme durchaus mit 4/2- oder 4/1-Türmen ergänzt werden. Seit der Abschaffung der zentralen Antriebswelle stellt das technisch kein Problem dar. Auf diese Weise lassen sich Produktivität und Flexibilität optimieren.

 

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