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Rainer Kirschke zu neuen Plattentechnologien
Tue, 2010-06-15 12:31 — Charlotte Janis...
- Article ID:
- 11378
Druckplatten
Juni 2010. Rainer Kirschke ist Sales Manager Central Europe bei der Agfa Graphics Germany GmbH. Agfa führt für den Zeitungsbereich Belichter (Polaris X und Advantage N), Prozessoren (VSL-Serie, VSL XXL-Serie, VXP 85 und Clean Out Unit VCF 85) und Fotopolymer-Violett-Druckplatten (N91v und N92 VCF).
WAN-IFRA: Welche Anforderungen an die Druckplatten stehen bei den Zeitungskunden heute im Vordergrund?
RAINER KIRSCHKE: Im Vordergrund stehen:
- robuste Platten mit breitem Verarbeitungsspielraum bei gleichzeitig hohem Konstanz in Qualität und Produktionssicherheit innerhalb des gesamten Fertigungszyklus,
- Fähigkeit, akzidenzähnliche wie auch herkömmliche Tageszeitungsprodukte ohne Änderung der Produktionsparameter herstellen zu können,
- verstärkte Nachfrage nach ökonomisch und gleichzeitig ökoligisch effizienten Druckplattensystemen.
WAN-IFRA: Was zeichnet die Fotopolymer-Violettplatte für den Zeitungseinsatz aus?
R. KIRSCHKE: Violett-Technologien sind hochpräzise und langlebig, kostengünstig, ermöglichen mit einfachem Aufbau höchste Belichtungsleistungen und erfahren eine kontinuierliche Weiterentwicklung, da ihre Verwendung im Bereich der Elektronik auf einer breiten Basis stattfindet. In Verbindung mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der violetten chemiefreien Druckplatten von Agfa für die Zeitungsanwendung zeigt diese Lichtquelle beste Ergebnisse.
WAN-IFRA: Wodurch wird Prozessstabilität im Bereich der Plattenproduktion erreicht bzw. was sind potenzielle Störfaktoren?
R. KIRSCHKE: Grundsätzlich fängt Prozessstabilität bei der Herstellung der Druckplatten beim Lieferanten an. So arbeiten wir als Hersteller nach DIN- bzw ISO-Qualitätsnormen und sind als Produktionsstandort sowie auch als Vertriebsgesellschaft dementsprechend zertifiziert. Auf der anderen Seite kommt natürlich der Plattenproduktion im Zeitungshaus die größte Bedeutung zu. Unsere Aufgabe ist es dabei, die weiter oben genannten Produkteigenschaften zu sichern. Dies wird unterstützt durch ein professionelles Team von Drucksaalspezialisten im Hause Agfa, die weit über das eigene Portfolio hinaus Unterstützung vor Ort geben können. Nicht zuletzt ist Agfa führend bei der Entwicklung und dem Vertrieb chemiefreier Druckplattensysteme, die zusätzliche Sicherheiten geben, da die Anzahl der potenziellen Störfaktoren minimiert ist.
WAN-IFRA: Wie hat sich die Nachfrage nach chemiefreien Platten entwickelt? Welche Zeitungen haben sich bisher dafür entschieden?
R. KIRSCHKE: (...) Wir können von einer sehr hohen Nachfrage nach chemiefreien Druckplatten für die Zeitungsproduktion sprechen, da wir mit einer neutralen Auswaschgummierung das druckende Bild der N92 VCF Platte erzeugen. Wir sind seit geraumer Zeit mit dieser Druckplatte europaweit im Praxiseinsatz und haben aus den unterschiedlichsten Kundensituationen viele Erkenntnisse gewonnen und diese in die Optimierung der chemiefreien Platten einfließen lassen. (...) Chemiefrei ist der Trend. Prozessstabilität, Reduktion der Betriebsstoffe und Wartungs-/Reinigungszyklen sind Faktoren, die immer mehr Zeitungsbetriebe dazu veranlassen, sich für die Migration zu chemiefreien Druckplattensystemen zu entscheiden. Zeitungsanwender sind unter anderem der Mannheimer Morgen, die Badischen Neuen Nachrichten und die Main-Post.
WAN-IFRA: Bietet die Umstellung auf „chemiefrei“ neben ökologischen auch ökonomische Anreize? Liegen in Bezug auf die Verbrauchskosten schon Erfahrungen aus der Praxis vor?
R. KIRSCHKE: Natürlich haben wir im Mix der Anwender und Einzelsituationen Erkenntnisse gesammelt, welches Potential in den chemiefreien Plattensystemen steckt. Da sich nicht über alle Betriebe die Kostenzuordnungen und Wertedefinitionen gleich erstrecken, können folgende Anhaltspunkte gegeben werden:
- Reduktion der Betriebsstoffe auf ein Drittel der bisherigen Mengen.
- Reinigungs- und Wartungszeiten können ebenfalls auf ein Drittel reduziert werden.
Die Einsparungen sind je nach Kundensituation unterschiedlich, je nach den indivduellen Kosten und Betriebsmittelzuordnungen.
Die positive Auswirkung durch die Reduktion der Prozessparameter und die damit verbundene Fehlervermeidung auf den Bereich Druck ist nicht zu unterschätzen, jedoch von Haus zu Haus unterschiedlich zu bewerten. Unser Ziel für die nahe Zukunft ist es dabei, eine weitere Straffung und Optimierung der Prozesse im Gesamtproduktionsablauf zu bewirken.
WAN-IFRA: Gibt es irgendwelche Kompromisse (Auflagenbeständigkeit, Qualität …) bei den chemiearmen Platten?
R. KIRSCHKE: Hinsichtlich der Wiedergabe- und Drucksaalqualität gibt es keinerlei Einschränkungen. Die erzielte Auflagenhöhe ist auch hier abhängig von den individuellen Drucksaalbedingungen.
WAN-IFRA: Die Zeitungsdruckereien suchen neue Geschäftsfelder im Semicommercial-Sektor, um damit ihre Kapazitäten auszulasten und zusätzliche Einnahmen zu generieren. Wäre es sinnvoll, eine spezielle Platte für den Semicommercial-Sektor auf den Markt zu bringen?
R. KIRSCHKE: Hier sehen wir keinen Handlungsbedarf. Auch sind bei den Druckmaschinenherstellern keine neuen Entwicklungen zu semicommercial-Maschinen zu beobachten. Unsere Kunden möchten für ihre Bandbreite der herzustellenden Produkte nur eine Technologie einsetzen. Dies können wir gewährleisten.
WAN-IFRA: Worauf konzentriert sich die zukünftige Entwicklung bei Agfa im Bereich der Zeitungsdruckplatten?
R. KIRSCHKE: Wie oben erwähnt, konzentrieren wir uns auf eine weitere Straffung und Optimierung der Prozesse im Gesamtproduktionsablauf.
