Now part of the World Association of Newspapers and News Publishers


Communities



multicom Usertreffen am 16. und 17. Juni 2010 in Bamberg zu Gast bei der Mediengruppe Unterfranken

Wed, 2010-06-23 15:20 — TheSpooner

Article ID:
11389

Auf Einladung von multicom hatte ich (Harald Löffler) die Gelegenheit, dem diesjährigen Usertreffen bei der Mediengruppe Unterfranken in Bamberg, der Herausgeberin des Fränkischen Tages u.a. beizuwohnen. Eine rundum gelungene Veranstaltung (mit Fotogalerie). Details über Neuerungen in der Software können Sie am Ende dieses Artikels herunterladen.

Aus der Fülle der vorgestellten und teilweise auch kontrovers diskutierten Themen möchte ich gerne die folgenden drei herausgreifen: NGEN+, TTR und elektronische Lesegeräte.

NGen+

Wie die meisten Redaktionssysteme wurde NGen zunächst als Client-Server-System konzipiert, was durch die Vielzahl der Workstations und das jeweilige aufspielen und updaten der Client-Software an jeder Workstation relativ aufwändig ist. Immer mehr gehen Entwickler dazu über, die Anwendungen plattformunabhängig und in einem Browser lauffähig zu gestalten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann von überall arbeiten, die Software wird immer wieder neu über das Netz geladen und die IT-Abteilung muss nicht mehr den „Disk-Jockey“ spielen. Der Hersteller kann in einer solchen Architektur seine Dienstleistung erweitern und das gesamte Hosting anbieten. Der Verlag kann jetzt „sein“ Redaktionssystem leasen statt kaufen, was dem Cashflow zu gute kommen kann.
Die Module TTR+ (Themen, Termine, Ressourcen), Message+, Photo+ und FMA+ (Freier Mitarbeiter) beruhen bereits auf der oben beschriebenen Architektur, nach und nach werden die „+“-Module die vorhandene Client-Server-Architektur vollständig ersetzen.

TTR+ (Themen, Termine, Ressourcen)

Durch das veränderte Medienverhalten bedingt, reicht es heute nicht mehr, nur eine Zeitung herauszugeben; der Leser oder Nutzer holt sich seine „News“ aus allen Medien (Radio, TV, Online, Video, Mobiltelefon). Darauf muss ein Zeitungsverlag reagieren. Viele Redaktionen haben sich zu einem „Newsdesk“ gewandelt, d.h. es werden Inhalte für alle Medien journalistisch hochwertig erstellt. Die limitierten Ressourcen optimal einzusetzen und zu organisieren wird immer wichtiger. An dieser Stelle setzt TTR+ ein. Man ist ebenfalls mit der dpa im Gespräch, um die kommenden auf EventsML basierten Dienste einsetzen zu können. Noch ist TTR+ nicht ausgereift und in der Diskussion wurde deutlich, dass die verschieden Verlage durchaus unterschiedliche Anforderungen an die Redaktionsplanung stellen.

Elektronische Lesegeräte

Was Kindle und andere elektronische Lesegeräte bis jetzt nicht geschafft haben, bekommt durch Apple’s iPad und andere in Kürze zu erwartende Tablet-Computer eine neue Dimension, es ist geradezu ein Wettlauf unter den Verlagen entstanden, wer zuerst eine „App“ (Anwendung) vorweisen kann. Die Diskussion um das Leistungsschutzrecht und das generelle Bestreben, Content nicht mehr frei zur Verfügung zu stellen, befördert den Hype um das iPad. Einige Verlage und Magazine haben bereits Apps bereit gestellt, teils kostenpflichtig, teils frei, zum Teil ist auch die App frei erhältlich, aber der Content kostenpflichtig – alles ist möglich.
multicom setzt dabei auf das Format ePub von Adobe und konnte bereits einen Prototyp vorstellen. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass zu veröffentlichende Artikel nicht noch einmal einem manuellen Layout-Prozess zugeführt werden müssen, sondern Formatierungen aus NGen über Templates gesteuert erhalten oder umgewandelt werden. Auch Apple wird sich der Entwicklung von HTML5 als kommenden multi-medialen Browser-Standard auf die Dauer nicht entziehen können.
WAN-IFRA hatte am 7. Juni d.J. ein sehr gut besuchtes eintägiges Themen-Update angeboten und wird dieses wegen des großen Zuspruchs demnächst wiederholen.
 

AddThis

Bookmark and Share